Familienforschung
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Gottleben in Riga
 

Meister Marten Gottleben (um 1580-)

»Der heiligen Justitiae executor Alhier zu Riga«
 

Johann Gottleben (1620-1684)

Lübeck - Riga
Quartierherr, Ältester der Grossen Gilde,
Ratsherr in Riga

 

 

Lübeck

 

Im Jahr 1531 wurde Lübeck protestantisch - nach langen Auseinandersetzungen durchgesetzt von einer breiten Bürgerbewegung gegen den konservativen Rat. 1530 war auf Bitten des Rates Doktor Johannes Bugenhagen gekommen (Beichtvater und enger Vertrauter Luthers), um eine neue Kirchenordnung auszuarbeiten. Mit seiner Schul-, Kranken- und Sozialordnung gestaltete er das gesamte Gemeinwesen neu. 1531 wurde die neue Ordnung angenommen und verkündet. Die Klöster wurden aufgelöst oder umgewandelt in Lateinschulen oder Armen- und Krankenhäuser. Auch die Ratsverfassung wurde geändert. Die Bürger bildeten Ausschüsse, die die Politik des Rates kontrollierten und in diese Ausschüsse konnten auch Handwerker gewählt werden, die bislang von der politischen Machtausübung ausgeschlossen waren.

    Seit dem 16. Jahrhundert konzentrierte sich der Lübecker Handel im Wesentlichen auf die Ostseeregion, auf Dänemark, Schweden und Finnland, Livland und Rußland. Am Ende des 16. Jahrhunderts verbot die Stadt fremden Kaufleuten die Durchfuhr. Alle Waren, die nach Lübeck transportiert wurden, mussten an Lübecker Kaufleute verkauft werden. Dieses so genannte Durchfuhrverbot wurde bis 1730 aufrechterhalten. Aber trotz dieser Regelung wurden Wertgüter, die für den Ostseebereich bestimmt waren, weiterhin nach Lübeck gebracht.

    Infolge des europaweiten Bevölkerungswachstums im 16. Jahrhundert blühte in Lübeck der Handel mit Nahrungsmitteln, vor allem mit Getreide und mit Lüneburger Salz. Auch an der Konjunktur des Salzes aus Westeuropa nahm Lübeck teil. In der Stadt wurden Raffinerien betrieben, die das grobe Seesalz verfeinerten und dann im Ostseeraum weiter vertrieben. Nach wie vor kamen Rohstoffe aus dem Ostseeraum nach Lübeck, aber auch Metalle aus dem Harz, die hier nicht nur umgeschlagen, sondern auch weiterverarbeitet wurden.

    Im Dreißigjährigen Krieg gelang es Lübeck, neutral zu bleiben. 1629 wurde hier der Friede von Lübeck zwischen den kaiserlichen Truppen und König Christian IV. von Dänemark geschlossen. Im Zuge der Vorbereitungen für einen umfassenden Friedenskongress während der Verhandlungen über die Hamburger Präliminarien 1641 waren auch die beiden Städte Hamburg und Lübeck als Kongressorte im Gespräch. An den Verhandlungen und dem Abschluss des Westfälischen Friedens waren die Hansestädte durch den späteren Lübecker Bürgermeister David Gloxin vertreten. Der letzte Hansetag fand 1669 in Lübeck statt. Die drei Städte Lübeck, Hamburg und Bremen wurden zu Sachwaltern der Hanse und ihres Restvermögens eingesetzt.

    Nach dem Dreißigjährigen Krieg, den Lübeck zwar auf Grund des enorm teuren Baus der neuzeitlichen Befestigungsanlagen ohne direkte Schäden überstand, sank die Einwohnerzahl jedoch rapide, von über 30 000 am Ende des Krieges auf rund 17 000 um die Mitte des 18. Jahrhunderts.


 

Marktplatz von Lübeck
um 1580
 

Kaufleute
um 1550
 

 

Panorama von Lübeck

 

Holstentor um 1900

Rigafahrer

 

Kaufleute schlossen sich in hansischer Zeit zusammen und rüsteten auf gemeinsame Rechnung Schiffe für Fahrten in bestimmte Regionen oder Häfen aus. Derartige Zusammenschlüsse nannten sich in zahlreichen Hansestädten Kompanie oder Gelage, häufig wurden sie auch unter der Bezeichnung »Fahrer« bekannt. Die »Rigafahrer« scheint es nur in Lübeck und Rostock gegeben zu haben. Für Lübeck konnten erste Nachrichten für 1432 ausgemacht werden. Neben den »Rigafahrern« gab es unter den Lübecker Compagnieen noch die »Schonenfahrer«, die »Nowgerodfahrer«, die »Narwa- und Revalfahrer«, die »Stockholmfahrer«, die »Islandfahrer«, die »Alborgfahrer« und die »Spanienfahrer«.

    Den Winter über blieben die Factoren und Gehilfen der Lübecker Rigafahrer meist in Riga und benutzten die Geschäftsstille zu Aufkäufen bei kleineren Zwischenhändlern und bei den Produzenten im Umland Rigas. Die Handhabung des Handels der Rigafahrer bewegte sich in den alten Formen des hansischen Handels. Die Mitarbeit der Factoren, Diener und Gehilfen im Handel der Compagnie erklärt sich aus den Bestimmungen über die Ausbildung der Kaufmannslehrlinge, nach denen sie nicht nur sechs Jahre lernen, sondern auch noch mehrere Jahre in der Fremde tätig sein mussten, ehe sie zum Handel an der Trave zugelassen wurden.

    In der Hand eines Kaufmannes lag häufig der Handel mit den verschiedenartigsten Produkten. Außer einer möglichst umfassenden Warenkunde war eine genaue Kenntnis der allgemeinen und zeitweiligen Marktverhältnisse jedes Handelsplatzes und seiner Nachbarorte notwendig. Dass der Kaufmann zu einer möglichst allseitigen persönlichen Wahrnehmung der Interessen seines Geschäfts mit seiner Vertretung Factoren, Diener oder Gehilfen betraute, die in Folge ihrer langjährigen Lehre mit dem heimatlichen Geschäfte vertraut, häufig auch als nahe Anverwandte tätige und bewährte Mitarbeiter der heimatlichen Firma waren, war für den Handelsbetrieb unentbehrlich. Nicht nach Überlieferung und Herkommen, sondern der lange erprobten Zweckmäßigkeit wegen hielten die Rigafahrer an dem System der Factoren und Lieger fest. Auch nach Schifffahrtsschluss setzten die Factoren und Gehilfen in ihren Häusern und Kellern die Handelsgeschäfte fort, kaufschlagten mit Bauern und Kleinhändlern, fuhren mit Schlitten über Land und brachten andererseits ihre Winterlager, die ihnen noch die letzten Herbstschiffe komplettiert hatten, an den Mann, während sie livländische und russische Produkte aufspeicherten, so dass schon die ersten Schiffe, die mit offenem Wasser eintrafen, mit Waren beladen werden konnten.

    Von Lübeck wurden nach Riga vor allem Salz, Heringe, Tücher, Weine, Malz, Bier, Papier, Glas und Paternoster (Rosenkränze, Kreuze und dgl.) ausgeführt. Von Riga verschiffte man nach Lübeck Wachs, Hanf und Flachs, Pelzwerk, Leder, Getreide, Leichensteine und Fliesen aus finnischen Granitsteinbrüchen sowie Holz, Talg, Öl, Bibergeil, Seife, Asche, Tran, Butter, Rhabarber, Biberhaare, Fleisch in Tonnen (gesalzen), Holzteer, Störmagen, Garn und Knochen aus Pernau. - Literatur: Franz Siewert: Geschichte und Urkunden der Rigafahrer in Lübeck im 16. und 17. Jahrhundert. Berlin: Pass & Garleb, 1897.

 

Aufstieg Schwedens zur
europäischen Großmacht
1523-1660

 

Estland, Livland, Russland
im 17. und 18. Jahrhundert

Riga

 

Riga schloss sich im Jahre 1522 der Reformation an. Letzter Erzbischof von Riga war Wilhelm von Brandenburg (1498-1563). Nach Ausbruch des Livländischen Krieges 1558 und der Auflösung der Livländischen Konföderation 1561/62 folgte die Stadt nicht unmittelbar der Entscheidung des Erzbischofs und des Ordens, sich Polen-Litauen zu unterwerfen, sondern favorisierte besonders in den 1570er Jahren einen Verbleib als freie Reichsstadt im Deutschen Reich. Erst als dessen erhoffte Hilfe ausblieb, brachten neuerliche russische Vormärsche die Stadt dazu, 1581 Polens König Stefan Batory (1533-1586) zu huldigen.

    Die 40-jährige polnisch-litauische Herrschaft, unter der die Bürger sich gegenreformatorischer Bestrebungen erwehrten - so bei den Kalenderunruhen -, endete 1621 mit der Eroberung durch Gustav II. Adolf (1594-1632). Schwedens Krone behandelte Riga entsprechend ihrem Rang als zweitgrößte Stadt im Schwedischen Reich und ließ sie angesichts der strategischen Bedeutung, die ihr bei der Verteidigung des schwedischen Dominium maris Baltici zukam, aufwändig neu befestigen. Im russisch-schwedischen Krieg 1656-1658 hielt Riga einer russischen Belagerung stand und blieb bis Anfang des 18. Jahrhunderts nach Stockholm die zweitgrößte Stadt im schwedischen Herrschaftsbereich. In dieser Zeit genoss die Stadt weitgehende Selbstverwaltung.

    Im Großen Nordischen Krieg 1700–1721 ergab sich die Stadt nach längerer Belagerung am 4. Juli 1710 den Truppen des russischen Generals Boris Petrowitsch Scheremetew (1652-1719). Der Aufstieg Russlands zur Großmacht in der Ostseeregion wurde durch den Frieden von Nystad im Jahre 1721 besiegelt. Riga wurde dem Zarenreich angeschlossen und war ab 1796 Hauptstadt des Gouvernements Livland. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts wurde Riga schrittweise zu einem der wichtigsten Häfen Russlands ausgebaut, die Bevölkerungszahl der Stadt verzehnfachte sich zwischen 1850 und 1900. Trotz russischer Herrschaft prägte die deutsche Oberschicht bis ins 19. Jahrhundert weiterhin die Stadtkultur und beherrschte den Großgrundbesitz. Bis 1891 war die offizielle Amtssprache Deutsch, dann wurde Russisch Amtssprache.

 

 

Schweden, Finnland
und Riga um 1890

Riga im
16. Jahrhundert

Riga um 1890

Schwarzhäupterhaus
und Petrikirche

Rathaus in der
Altstadt

Dom mit Blick
auf die Düna

Große und Kleine Gilde

 

Die Große Gilde oder St. Marien-Gilde zu Riga bildete den Zusammenschluss der Kaufleute und war im 14. Jahrhundert als eigenständige Gilde entstanden. Sie gab sich 1354 die ersten Statuten (Schragen), ging aber auf die schon im 13. Jahrhundert nachweisbare »Heilig-Kreuz-Gilde« zurück und nahm ihr Domizil in der »Gildestube von Münster«. Die Große Gilde regelte in ihren Schragen »die Pflege der Geselligkeit, des wohlanständigen Zusammenlebens, der Trinkgelage, der Wohltätigkeit und des Seelenheils«, und blieb bis zum Ende deutschbaltischen Lebens in Lettland Ende der 1930er Jahre eine »Korporation privatrechtlichen Charakters zur Pflege der Gemeinschaft, der gegenseitigen Unterstützung und des allgemeinen Besten«.

    Sie versammelte die Kaufleute und auch hohe Beamte und Pastoren, reiche Bürger der Stadt, die einen erheblichen Einfluss auf das politische und wirtschaftliche Geschehen Rigas nahmen. Das ursprüngliche Gebäude aus dem 13. Jahrhundert blieb nicht erhalten, ihr heutiges Aussehen im Stil der Neogotik erhielt die Große Gilde Mitte des 19. Jahrhunderts, die historische Münsterstube und die so genannte Brautkammer wurden in den Bau integriert.

    Die Kleine Gilde ist ebenso wie die Große Gilde ein Neubau aus dem 19. Jahrhundert im damals beliebten neogotischen Stil. Sie erhebt sich an ihrem angestammten Platz aus dem Mittelalter und war einst Versammlungsort der Handwerkerzünfte. Bis ins 19. Jahrhundert hinein nahmen sie großen Einfluss auf die Geschehnisse in der Stadt, wenngleich Handwerker in der sozialen Rangordnung deutlich hinter den weitaus mächtigeren und reicheren Kaufleuten standen.

    Beide Gilden, die Große wie die Kleine, repräsentierten seit dem Spätmittelalter die Stadtgemeinde Rigas. Seit dem 17. Jahrhundert nahmen sie das alleinige Recht in Anspruch, in Riga »Handel zu treiben und das Handwerk auszuüben«, sie erscheinen somit als Korporationen, die als solche berufsständische Interessen vertreten. Die Große Gilde war so allmählich neben dem Rat der Stadt und der Kleinen Gilde eine der drei entscheidenden politischen Körperschaften Rigas geworden und hielt diese Stellung bis zur ersten Stufe der Russifizierung 1877/1878, unterbrochen nur durch die Zeit der Statthalterschaftsverfassung (1785-1796) Katharinas II. Danach bestanden die Große und die Kleine Gilde als privatrechtliche Korporationen (ohne politische Rechte) weiter.

 

Einband des Brüderbuchs
der Großen Gilde

Eintrag im Brüderbuch
der Großen Gilde

Kleine Gilde (links)
Große Gilde (rechts)
Neubauten aus dem
19. Jahrhundert

Meister Marten Gottleben (um 1580-)

Scharfrichter zu Riga

 

In den kaiserlichen Akten zum Prozeß zwischen der Stadt Riga und David Hilchen[1] finden wir einen Scharfrichter[2] namens Marten (Martin) Gottleben (Gochleben), der am 14. Januar 1601 das Bildnis des am 15. Oktober 1600 unter Beisein vieler Herren der deutschen, polnischen und litauischen Nation, von königlichen Beamten, Adel und Bürgerlichen in Abwesenheit verurteilten David Hilchen mit den nachfolgenden Worten öffentlich züchtigte:

    »Ich M. Marten Gottleben, der heiligen Justitiae executor Alhier zu Riga Ruffe hiermit auβ, vnndt vhrkunde offentlich, daβ der Dauidt Hilchen dem Ehrenuesten Achtbahren vnndt Hochgelarten Herren Jacobo Gudeman, der beiden Rechten Doctori vnndt Sindico dieser Stadt, mit seinem Schmee vnndt Scheldtworten, damit Er Ihme gemeldtem Herren Doctori seine Ehre auch Leib vnndt Leben abzuschneiden vormeinet, allerseits vnrecht gethan vnndt Ihme solches boβlich vberlogen hatt. vnndt weiln er Dauidt Hilchen zufolg deß gesprochenen vrtheilß deß offentlichen wiederruffs vnndt abbidte sich vorweigert, So will Ich in seinen Nahmen seine Persohn praes.entir.nd seins deß Hilchens ehrenrüriges vnndt lügenhafftiges Maull menniglichen zum abschew hiemit gezüchtiget haben. Actum Riga den 16. Februarij 1601.« - Quelle: Livländische Jahrbücher von Friedrich Konrad Gadebusch, Justizbürgermeister der kaiserl. Stadt Dorpat. Zweiter Theil, zweiter Abschnitt von 1587 bis 1629. Riga: Hartknoch, 1781, S. 234 ff.

    Zu den Lebensdaten und der Herkunft Marten Gottleben liegen uns keine Informationen vor. Eine Verwandtschaft mit dem aus Lübeck stammenden Johann Gottleben, der als Quartierherr, Ältester der Grossen Gilde und Ratsherr zu den angesehenen Bürgern Rigas gehörte, kann wegen der »unehrlichen« Tätigkeit eines Scharfrichters, die vererbt wurde und selbst Generationen betreffen konnte, die nichts mehr mit der unehrlichen Tätigkeit zu tun hatten, ausgeschlossen werden.

 


 

Livländische Jahrbücher


 


 

S. 235

 


 


 

Dokument der öffentlichen Züchtigung des Bildnis Hilchens durch Marten Gottleben (S. 236)
 


 

S. 237

 


 

 

 

Anmerkungen
 

[1] David Hilchen (* um 1561 Riga, März 1610 Orissowo.) studierte die Rechte seit 1580 in Tübingen und Heidelberg, vollendete sein Studium erstaunlicherweise an der Jesuitenuniversität Ingolstadt, machte dann als Hofmeister eines jungen Prinzen die übliche Bildungsreise eines arrivierten jungen Mannes durch Europas Hauptstädte. 1585 kehrte er nach Riga zurück und stieg bis 1589 schnell zum rechtskundigen Rats-Obersekretär auf. Die protestantische Stadt Riga erschütterten damals die »Kalenderunruhen«. Die Hoheitsmacht, das katholische Königreich Polen, wollte gegen alle Proteste und blutigen Aufstände, die in Hinrichtungen von Polenfreunden gipfelten, mit Waffengewalt den moderneren gregorianischen Kalender einführen. Hilchen stand auf seiten der Stadt, und er vor allem war es, der, seine gute Freundschaft zum humanistisch hochgebildeten litauisch-polnischen Krongroßfeldherrn Jan Zamoyski einsetzend, als Gesandtschaftsführer schließlich den sogenannten Severini-Vertrag (nach dem Tag der Verkündung genannt), zustandebrachte, der nicht nur den Kalenderstreit, sondern auch allgemein die internen Verhältnisse Rigas (zwischen Rat und Gilden) regelte. Er rettete die deutschen Privilegien der Stadt gegenüber der Krone Polens.
   
Diese Verdienste machten Hilchen zum Stadtsyndikus, königlichen Sekretär und livländischen Landgerichtsnotar. Er verfaßte 1599 den Entwurf des neuen livländischen Landrechtes. Er reformierte das Rigaische Kirchenkonsistorium und als Schulvorsteher das Stadtschulwesen in modernisiert lutherischem Sinne. Er hatte 1588 den ersten Buchdrucker, Klaas Mollyn, in die Stadt geholt, der auch Hilchens humanistische, juristische und poetische Schriften druckte. 1600 hatte er mit seinem gehässigen Konkurrenten und Stellvertreter Jakon Godemann einen tätlichen Zusammenstoß, wurde von diesem des Hochverrats angeklagt und floh, das übliche rigorose Vorgehen fürchtend, aus der Stadt nach Litauen. Er brachte sogar seinen reichen und mächtigen Schwiegervater ins Unglück, indem er dessen Kaution verfallen ließ, obgleich viele Freunde sich für ihn einsetzten. Auf alle Zitationen erschien er nicht vor Gericht, wurde in contumaciam zum Tode verurteilt, sein Haus und Vermögen wurden seinem Gegner und Nachfolger Godemann zuerkannt. Er ging abenteuernd zur polnischen Armee, folgte im Kriege gegen Schweden seinem Freunde Zamoyski und dem Abenteurer und Söldnerführer Jürgen Farensbach, der 1602, bei dem Sturm auf Fellin verwundet, angeblich in seinen Armen verschied; 1605 starb auch Zamoyski. 1605 wurde Hilchens Todfeind Godemann aus Riga vertrieben. Aber erst 1609 revidierte König Sigismund III. von Polen das Urteil zu Hilchens Gunsten: Er und sein Schwiegervater wurden formell in Amt, Würden und Ehren restituiert. Doch zögerte Hilchen mit der Rückkehr, sei es aus Furcht, sei es wegen Krankheit, sei es aus Verbitterung oder anderen Gründen. Die feindlichen Gilden drohten ihm mit neuen Prozessen. Er starb im Exil. - Literatur: Heinz Mattiesen: David Hilchen. In: Neue Deutsche Biographie 9 (1972), S. 117 f. und Herta von Ramm-Helmsing: David Hilchen, 1561-1610, Syndikus der Stadt Riga. Posen: Verl. der Historischen Ges. für Posen, 1936.

 

[2] Die Tätigkeiten der Scharfrichter gehörten in das »unehrliche« Berufsfeld. Diese »Unehrlichkeit« bezeichnet vor allem eine gesonderte juristische Stellung in der damaligen Gesellschaft. So wurden Scharfrichter nicht in die Zünfte aufgenommen und auch sonst konnten sie auf vielfältige Weise von der Gesellschaft ausgeschlossen werden (z. B.: kein Zutritt zu Wirtshäusern, Verweigerung eines ehrlichen Begräbnisses, durften keine Priester werden usw.). Diese Einschränkungen wurden jedoch nicht überall erhoben und noch weniger in der Praxis wirklich durchgesetzt. Die Unehrlichkeit wurde vererbt und konnte selbst Generationen betreffen, die nichts mehr mit der unehrlichen Tätigkeit zu tun hatten.
   
Die Ausbildung der Scharfrichter erfolgte in der Regel anfänglich durch den Vater oder Stiefvater und konnte bei einem anderen Meister fortgesetzt werden. Zu den Fähigkeiten, die ein Scharfrichter besitzen musste, gehörte das erfolgreiche Entlocken eines Geständnisses des Angeklagten durch regelkonform angewandte Folter. Der Scharfrichter musste ebenso über medizinische Kenntnisse verfügen, um beurteilen zu können, welche Torturen der Delinquent aushält, ohne daran zu sterben. Ebenso mussten Hinrichtungen gemäß den Anweisungen des Gerichts und fehlerfrei vollstreckt werden. Eine misslungene Hinrichtung zog in einigen Fällen den »Volkszorn« auf die Scharfrichter und es konnte sogar soweit kommen, dass sie von der aufgebrachten Zuschauermenge gelyncht wurden. Die medizinischen Kenntnisse nutzten sie außerdem noch für andere Tätigkeiten. So praktizierten die Scharfrichter oft erfolgreich neben ihrem eigentlichen Beruf als Heiler und sicherten so ihre Existenz zusätzlich ab. Auch ist belegt, dass die Scharfrichter, ähnlich wie »normale« Handwerker auch, während ihrer Ausbildungszeit auf Wanderschaft gingen. Als Abschluss der Ausbildung musste jeder Scharfrichter eine »Meisterprobe« durchführen. Das geschah nicht ohne amtliche Genehmigung. Dabei musste einem Verurteilten unter der Aufsicht des ausbildenden Meisters der Kopf nach allen Regeln der Kunst abgeschlagen werden. War dies erfolgreich, so erhielt der auszubildende Scharfrichter einen Meisterbrief, mit dem er sich für freie Scharfrichterämter bewerben konnte. Ohne einen solchen Brief hatte er keine Chancen auf eine Anstellung.
   
Zu den direkten Aufgaben des Scharfrichters gehörte die eigentliche Hinrichtung und die Folter zur Geständniserzwingung als Teil des Gerichtsverfahrens. Auch für die Durchführung von Körper- und Ehrenstrafen war er zuständig. Daneben musste er auch oft weitere unangenehme und geächtete Aufgaben übernehmen − z. B. die Kloakenreinigung, das Abschneiden und das Bestatten von Selbstmördern oder die Aufsicht über die Prostituierten. Oft wurde das Amt des Henkers aus praktischen Gründen mit dem des Abdeckers (andere Bezeichnungen sind Schinder, Racker oder Wasenmeister) zusammengelegt: Die Tierkörperverwertung sorgte für das finanzielle Auskommen des Scharfrichters und die Abdecker-Gehilfen konnten bei einer Hinrichtung assistieren (Henkersknechte). Scharfrichter überließen das Foltern und das Henken oft auch ihren Gehilfen und übernahmen nur die Aufsicht. Die Enthauptung mit dem Schwert oder dem Henkersbeil wurde jedoch vom Scharfrichter selbst durchgeführt, da hierfür Geschick notwendig war: Der Kopf sollte nach Möglichkeit mit nur einem Schlag vom Rumpf getrennt werden. Durch ihre Tätigkeit konnten sich Scharfrichter solides Wissen auf dem Gebiet der Anatomie aneignen. So mancher kannte sich mit dem menschlichen Knochenbau und der Anordnung der inneren Organe besser aus als der ortsansässige Bader. Es gibt Beispiele, wo sich Scharfrichter etwas als Rossärzte und Chirurgen hinzuverdienten. Da Scharfrichter die Produkte ihrer Abdeckereien selbst verwerten durften, verfügten sie unter anderem über Hundefett, welches zur Salbung entzündeter Gelenke bei Pferd und Mensch zum Einsatz kam. Die Herstellung und der Verkauf von heilmagischen Substanzen, die aus den Körpern von Hingerichteten gewonnen wurden, sicherte Scharfrichtern ein zusätzliches Einkommen. Dies brachte ihnen jedoch häufig Ärger und Streit mit den studierten Ärzten ein, die das Monopol der Medizin für sich beanspruchten und oftmals versuchten, die Bürger von der Laienhaftigkeit des Scharfrichters zu überzeugen. Jedoch konnten sich die medizinischen Eliten nicht gegen jede Art der Heilpraxis von Scharfrichtern durchsetzen. So wurde ihnen offiziell die Heilung von »äußeren Wunden« gestattet. Jedoch erreichten die Ärzte in einigen Reichsstädten, dass den Scharfrichtern die Ausübung der inneren Medizin versagt blieb. Trotz dieses Verbotes und angesichts der Tatsache, dass die Bürger bezüglich der Heilung ihrer Beschwerden mit dem Scharfrichter bessere Erfahrung als mit den örtlichen Ärzten gemacht hatten, ließen sich Scharfrichter nicht davon abhalten, auch die innere Medizin zu praktizieren. - Quelle: Wikipedia.

Familie
 

Johann Gottleben (1620-1684)

Lübeck - Riga

 

Quartierherr, Ältester der Grossen Gilde,
Ratsherr in Riga

 

Johann Gottleben ist mit den Lübecker Rigafahrern um 1635 nach Riga gekommen und wird als Kaufmannsjunge seines Vaters hier gearbeitet haben. Die Mitarbeit der Factoren, Diener und Gehilfen im Handel der Compagnien, die oft als nahe Anverwandte die heimatliche Firma vertraten, erklärt sich aus den Bestimmungen über die Ausbildung der Kaufmannslehrlinge, nach denen sie nicht nur sechs Jahre lernen, sondern auch noch mehrere Jahre in der Fremde tätig sein mussten, ehe sie zum Handel an der Trave zugelassen wurden. Johann Gottleben blieb in Riga, heiratete 1653 die in Riga geborene Anna Schmidt und etablierte sich als Quartierherr, Ältester der Grossen Gilde und Ratsherr im Rigaer Großbürgertum.

 

 

Großeltern und Eltern
von Johann Gottleben

GOTTLEBEN N.N.
Eltern: Gottleben N.N. , N.N.

oo
N.N.

1. Gottleben Valentin 65Jhr * .um.1580 ± 20.02.1645 Lübeck
2. Gottleben Adrian * .um.1580

Seit 1613 Bürger in Lübeck, im Bürgerbuch unter dem Namen Adrian Godtleben eingetragen. Adrian Gottleben ist wahrscheinlich Bruder von Valentin Gottleben, der am 23. August 1610 Bürger von Lübeck wurde.

 

GOTTLEBEN Valentin 65Jhr ev Bürger in Lübeck, Kaufmann
* um.1580 ± 20.02.1645 Lübeck Lebensort: Lübeck   
Eltern: Gottleben N.N. , N.N.

Namensvarianten: Gottlebend, Godtlebent, Godtlevendt, Gudtleventh, Gottleue, Gottleve, Gottlieb und Gottleuens. - Seit dem 23. August 1610 Bürger in Lübeck, wohnhaft Braunstraße 27. Valentin Gottlebens Bruder ist wahrscheinlich Adrian Godtleben, der im Jahr 1613 Bürger in Lübeck wurde. Bei der Heirat mit Catharina Lütkens Altersangabe: Ehefrau 20, Ehegatte 32. - Während des Dreißigjährigen Krieges sind Valentin Gottlebens Söhne Johann nach Riga und Gabriel nach Åbo (Turku, Finnland) gereist und werden für ihn dort als Kaufmannsjungen gearbeitet haben. - Quellen: "Niedersächsische Ahnenstämme, Nr. 4, S. 36", "Mitteilung von Karina Kulbach-Fricke (Bibliothek der Deutsch-Baltischen Genealogischen Gesellschaft in Darmstadt, 26.03.2010)" und "Rafael Olin (GeneaNet.org, 10.02.2013)". - "Valentin Gottleben. Geb. um 1580 (ALU 1386 AL Conradi = Gerhard Conradi, Ahnenliste Conradi, Kurland, 1981). Gest. 20.2.1645 in Lübeck. Er vermählte sich zuerst am 23.9.1610 in Lübeck mit einer Tochter des Carsten Timm, sie starb am 9.11.1611 in Lübeck. Am 23.9.1612 heiratete Valentin Gottleben in Lübeck in zweiter Ehe die um 1592 geborene Catharina Lütkens (ALU 1386). Valentin Gottleben war Bürger und Kaufmann in Lübeck; Besitzer des Hauses Braunstrasse 27. Am 23.8.1610 legte er den Bürgereid ab. - Ein Schiffer Adrian Godtleben wird 1613 Bürger zu Lübeck. Valentins Sohn Gabriel hatte auch einen Sohn Adrian. Der ziemlich ungewöhnliche Familienname, der kurze Zeitraum zwischen den Bürgerschaften und der Vorname Adrian sprechen für einen möglichen Zusammenhang. Vielleicht war Adrian Valentins Bruder. Herr Erich Gercken hat freundlich Auskünfte von Lübeck mitgeteilt. Conradi gibt als Quellen: Seuberlich, Alte Rig. Geneal. [Hier wohl gemeint: Stammtafeln deutsch-baltischer Geschlechter. Bearb. von Erich Seuberlich. Leipzig: Verl. für Dt. Personen- u. Familiengeschichte; Riga: Kymmel [u.a.], 1924- (= Deutsche Stammtafeln in Listenform ; ...)] / Heinrich Julius Böthführ: Die Rigische Rathslinie. Von 1226 bis 1876. Nebst einem Anhang: Verzeichnis der Aeltermänner, Aeltesten und Dockmänner der Grossen Gilde in Riga von 1844 bis 1876. 2., vollst. umgearb. Aufl. Riga [u.a.]: Deubner, 1877" - Quellen: "Pertti Ebeling (www.dlc.fi/ <Stand 1990>. Februar 2013)" und "www.geni.com (April 2013)".

oo 23.09.1610 Lübeck
TIMM N.N. ev
† 09.11.1611 Lübeck
Eltern: Timm Carsten , N.N.

Vermutlich verstorben am 09.11.1611 in Lübeck. - Quellen: "Karina Kulbach-Fricke (Bibliothek der Deutsch-Baltischen Genealogischen Gesellschaft in Darmstadt, 26.03.2010)", "Rafael Olin (GeneaNet.org, 10.02.2013)" und "Pertti Ebeling (www.dlc.fi/ <Stand 1990>. Februar 2013)".


oo 2 23.09.1612 Lübeck
LÜTKENS Catharina ev
* um.1592 Lübeck ± Lübeck
Eltern: Lütkens Gabriel , Bars Anneke

Bei der Heirat mit Valentin Gottleben Altersangabe: Ehefrau 20, Ehegatte 32. - Quellen: "Karina Kulbach-Fricke (Bibliothek der Deutsch-Baltischen Genealogischen Gesellschaft in Darmstadt, 26.03.2010)", "www.geni.com (April 2013)" und "Rafael Olin (GeneaNet.org, 10.02.2013)".


1. Gottleben Johann * 08.01.1620 Lübeck † 15.11.1684 Riga
2. Gottleben Gabriel 48Jhr * . .1625 Lübeck † 10.08.1673 Björneborg (Pori)

 

Familie
Johann Gottleben
(Stammliste)

 

0.1 GOTTLEBEN Johann 64Jhr 10Mo 1Wo ev Quartierherr, Ältester (Grosse Gilde Riga), Ratsherr
* 08.01.1620 Lübeck † 15.11.1684 Riga
Eltern: Gottleben Valentin , Lütkens Catharina

"Gottleben Johann, * Lübeck 8.1.1620, + 15.11.1684 als Quartierherr in Riga, (+) 23.11. (SP). - Sohn des Valentin Gottleben, Kaufmann in Lübeck, und Catharina Lütkens. - 1656 Vormund der Kinder von +Detloff Koepken uv N. Wiedau. - 1667 Dockmann, 1669 Elt GG, 1677 Elt, 26.09.1680 Ratsherr. - DomKirchprot. vom 6.11.1677: Er hat von Johan Schlepers Erben ein Begräbnis gekauft und will es jetzt auf Godhard Wilhelm von Budberg übertragen. 1683 verkauft Henrich Pahl d.J. ein jus an einer Kirchenbank. Mitberechtigt ist Herr Gotlebend (naher Freund: Johann Grave, Sohn des Reinhold. Anm.: naher Freund ist mit 'naher Verwandter' gleichzusetzen; da aber Gottleben aus Lübeck stammte, muß die Verwandtschaft über seine Frau Anna Schmidt gehen. Ich vermute daher, daß Anna Schmidt eine Enkelin des Wilhelm Schmitt war, der vor dem 15.12.1587 die Tochter von Jürgen Grewe und Ilße Gudekint heiratete). - oo 1653 Anna Schmidt, * 1617, (+) 17.5.1691 (SP), Tochter des N. Schmidt uv Anna Köning. - Namentlich bekannte Kinder: 1. Catharina, * 1653, + 1689, oo um 1671 Hans Hinrich Berens, Kaufmann, * Rostock 1643, + Riga 1701. - 2. Johann, * 1654, + 1689, Elt GG, oo Maria Weyer. - 3. Hedwig, (*) 23.10.1661 (SP), + 1679 (P: H. M. Eberhard Ludewig seine Frau; Fabian Schmidt seine Frau; H. Doctor Johannes Kahl), oo Reinhold Weyer, * 1651, + 1701, Elt GG. - 4. Anna, + 10.7.1710 an der Pest, (+) Dom, oo vor 1680 Johann Raes, Ratsherr, oo II. 10.12.1695 Heinrich Witte von Schwanenberg". Johann Gottsleben sollte "mehr als neun Kinder" mit Anna Schmidt gezeugt haben. - Quellen: "Heinrich Julius Böthführ: Die Rigische Rathslinie. Von 1226 bis 1876. Nebst einem Anhang: Verzeichnis der Aeltermänner, Aeltesten und Dockmänner der Grossen Gilde in Riga von 1844 bis 1876. 2., vollst. umgearb. Aufl. Riga [u.a.]: Deubner, 1877", "Riga's ältere Geschichte in Uebersicht, Urkunden und alten Aufzeichnungen zusammengestellt. Riga [u.a.]: Eduard Frantzen's Verl.-Comptoir, 1844. (= Monumenta Livoniae antiquae; Bd. 4), S. CCCXXXII", "Schweders genealogische Tafeln. Handschrift vorhanden in der Bibliothek der Deutsch-Baltischen Genealogischen Gesellschaft, Darmstadt (Mitteilung von Frau Karina Kulbach-Fricke, Februar 2013)" und "Günter Kruse: Gibt es eine genealogische Verbindung von Lenin zur russischen Familie Tschaikowsky? Über die Sippe(n) Berens in Lübeck, Riga und Rußland. In: Zeitschrift für Ostdeutsche Familiengeschichte 58 (2010), H. 1, S. 2-20". - Trauerschriften: L[...][...] Wol=Edlen/ Groß[...][...] HE[...][z.T.def.] Johan [Ti] An den Seeligen Herrn Gottleben. An die hochbetrübte Fr. Wittibe. Folgende Gö[...][z.T.def.] M. Johannes Breverus, Pastor und Prof. (dt.). Nic. Witte von Lilienau (dt.-Madrigal). M. DAVID CASPARI Diac. Petr. P.P. & Insp. (dt.). M. Henning Witt/ Professor (dt.-Madrigal). M. Mich. Pinsdörffer. Rect. S. Cath. (lat.-dt.-Madrig.). D. Kahde (dt.-Madrig.). G. Gunteken (lat.). Jsrael Rhode/ Coll. (dt.). Joh. Heisterman/ Col. (lat.). Fridrich Wilhelm Hoppenstet/ Collega. (lat.). Johann Fridrich Bertschius, Neost. ad Ericas Fr. [Neostadiensis ad Ericas Frankonia = Neustadt auf der Heide] (griech.). Christlieb Johannes Wendt. C.P. (lat.). Andreas Schwartz (dt.-Letzte Rede des Seligen Herrn an sein Hochbetrübtes Hauß). GEORGIUS PREISSIUS Dorpat. Livo. (dt.). [Riga]: [Johann Zacharias Nisius (exc.), Georg Matthias Nöller] [1684]. - [Bestattung 23.11.1684] Schuldigste Ehren=Pflicht/ Welche Bey ansehnlicher Be=Erdigung HERRN Johann Gottleben/ [...] QvartierHerrn und Ratsverwandten dieser Königlichen Stadt/ [...] Alters (64. Jahr und 10. Monate). Johann Gottlieb (dt.). Georg Krenau. C.F. (dt.). Riga: Johann Zacharias Nisius (exc.), Georg Matthias Nöller [1684]. - Quelle: Handbuch des personalen Gelegenheitsschrifttums in europäischen Bibliotheken und Archiven / im Zusammenwirken mit der Forschungsstelle Literatur der Frühen Neuzeit ... der Universität Osnabrück hrsg. von Klaus Garber. [Abt. 3]: Riga, Akademische Bibliothek Lettlands, Historisches Staatsarchiv Lettlands, Spezialbibliothek des Archivwesens, Nationalbibliothek Lettlands, Baltische Zentrale Bibliothek. Teil 4, Gleichzeitig Bd. 15 des Gesamtwerkes. Hildesheim [u.a.] : Olms-Weidmann, 2004, S. 451 (1439), S. 538 (1894) u. S. 744 (2837).

oo 1653 Riga
SCHMIDT Anna 74Jhr ev
* 1617 Riga † 09.05.1691 Riga
Eltern: Schmidt N.N. , Köning Anna

Die Familie Schmidt stammt aus Lübeck. - Quellen: "Karina Kulbach-Fricke (Bibliothek der Deutsch-Baltischen Genealogischen Gesellschaft in Darmstadt, 26.03.2010)", "Günter Kruse: Gibt es eine genealogische Verbindung von Lenin zur russischen Familie Tschaikowsky? Über die Sippe(n) Berens in Lübeck, Riga und Rußland. In: Zeitschrift für Ostdeutsche Familiengeschichte 58 (2010), H. 1, S. 2-20" und "Casimir Katz (Gedbas, Februar 2013)". - Trauerschrift: [Tod 09.05.1691] Letzte Ehre/ Welche Der Wohl=Edlen und FRAUEN Anna Schmidt/ [...] im 74sten Jahre Jhrs Alters/ Hr. Johann Gottlebent/ Gewesenen Raths=Verwanten und Quartier=Herrn/ Gönner und Freunde. M. JOHANNES BREVERUS, Superintendens, Pastor und Professor (dt.). M. DAVID CASPARI Eccles. P.P. & Inspect. (lat.). LIBORIUS Depkin/ Past. zu St. Joh. (dt.-Sonnet). M. Arnold Fuhrmann Pr. zu St. Joh. (dt.). M. Henning Witte/ Prof. (dt.). JOH. PAUL. Möller/ P.P. (dt.-Sonnet). M. Michaël Pinsdörffer/ Sch. Cath. Rect. (lat.). G. Gunteken/ Sub-Con-R. (lat.). Otto Sehlmann (dt.-SONNET). M. Christoph. Seyfard (dt.-Madrigal). M. Andreas Schwartz (dt.). Matthias Groot (dt.). Melchior Dreiling (dt.). Hermann Müller (dt.). Die betrübte hinterbliebene Kindes-Kinder (dt.). Riga: Georg Matthias Nöller (1691). - Quelle: Handbuch des personalen Gelegenheitsschrifttums in europäischen Bibliotheken und Archiven / im Zusammenwirken mit der Forschungsstelle Literatur der Frühen Neuzeit ... der Universität Osnabrück hrsg. von Klaus Garber. [Abt. 3]: Riga, Akademische Bibliothek Lettlands, Historisches Staatsarchiv Lettlands, Spezialbibliothek des Archivwesens, Nationalbibliothek Lettlands, Baltische Zentrale Bibliothek (...). Teil 4, Gleichzeitig Bd. 15 des Gesamtwerkes. Hildesheim [u.a.] : Olms-Weidmann, 2004, S. 373 f. (1140) u. S. 743 f. (2836).


1. Gottleben Anna † 10.07.1710 Riga †Urs: Pest
> 1.1
2. Gottleben Catharina * . .1653 Riga † . .1689 Riga
> 1.2
3. Gottleben Johann * . .1654 † 21.07.1689 Riga
> 1.3
4. Gottleben Hedwig * 23.10.1661 Riga † . .
1679 Riga > 1.4

Generation 1


1.1 GOTTLEBEN Anna ev < 0.1
† 10.07.1710 Riga †Urs: Pest
Eltern: Gottleben Johann , Schmidt Anna

Quellen: "Heinrich Julius Böthführ: Die Rigische Rathslinie. Von 1226 bis 1876. Nebst einem Anhang: Verzeichnis der Aeltermänner, Aeltesten und Dockmänner der Grossen Gilde in Riga von 1844 bis 1876. 2., vollst. umgearb. Aufl. Riga [u.a.]: Deubner, 1877", "Schweders genealogische Tafeln. Handschrift vorhanden in der Bibliothek der Deutsch-Baltischen Genealogischen Gesellschaft, Darmstadt (Mitteilung von Frau Karina Kulbach-Fricke, Februar 2013)" und "Jahrbuch für Genealogie, Heraldik und Sphragistik. Hrsg. von der Genealogischen Gesellschaft der Ostseeprovinzen zu Mitau. Mitau: Steffenhagen, 1902, S. 156".

oo <.1680
RAES Johann ev Ratsherr
† 18.01.1692 Riga

Am 20. Sept. 1680 zum Dockmann gewählt, am 22. Sept. 1689 in den Rath eingetreten, verstorben am 18. Jan. 1692. - Quellen: "Schweders genealogische Tafeln. Handschrift vorhanden in der Bibliothek der Deutsch-Baltischen Genealogischen Gesellschaft, Darmstadt (Mitteilung von Frau Karina Kulbach-Fricke, Februar 2013)" und "Riga's ältere Geschichte in Uebersicht, Urkunden und alten Aufzeichnungen zusammengestellt. Riga [u.a.]: Eduard Frantzen's Verl.-Comptoir, 1844. (= Monumenta Livoniae antiquae; Bd. 4), S. CCCXXXV".


1. Raes Georg * 06.09.1680 Riga † 16.12.1745 Riga

Sohn des Ratsherrn Georg [? i.e. Johann] Raes und der Anna Gottleben, geb. den 6. Sept. 1680. Sekretair 1711. Bürgermeister 1735. Gestorben als Oberwaisenherr unverehelicht den 16. Dez. 1745. - Quelle: Heinrich Julius Böthführ: Die Rigische Rathslinie. Von 1226 bis 1876. Nebst einem Anhang: Verzeichnis der Aeltermänner, Aeltesten und Dockmänner der Grossen Gilde in Riga von 1844 bis 1876. 2., vollst. umgearb. Aufl. Riga [u.a.]: Deubner, 1877, S. 202.


oo 2 10.12.1695 Riga
WITTE VON SCHWANENBERG Heinrich ev Vizepräsident des Livländischen Hofgerichts
*  <.1658
Eltern: Witte von Schwanenberg Hinrich , Barneke Margarethe

Heiratete in zweiter Ehe am 10. Dec. 1695 die Witwe des Ratsverwandten Johann Raeß [Raes] Anna Gottleben. Zwei Kinder starben, das eine im Alter von 1/2 Jahr, das andere bei der Geburt. - Quellen: "Jahrbuch für Genealogie, Heraldik und Sphragistik. Hrsg. von der Genealogischen Gesellschaft der Ostseeprovinzen zu Mitau. Mitau: Steffenhagen, 1902, S. 156" und "Internet (google books, 23.02.2013)".


2. Witte von Schwanenberg Anna Margaretha * 24.10.1696 Riga † 21.03.1697 Riga

Begraben am 23. März 1697 im Schwanenbergschen Begräbnis in der Domkirch zu Riga. - Quelle: Jahrbuch für Genealogie, Heraldik und Sphragistik. Hrsg. von der Genealogischen Gesellschaft der Ostseeprovinzen zu Mitau. Mitau: Steffenhagen, 1902, S. 162.


1.2
GOTTLEBEN Catharina ev < 0.1
* 1653 Riga † 1689 Riga
Eltern: Gottleben Johann , Schmidt Anna

Quellen: "Heinrich Julius Böthführ: Die Rigische Rathslinie. Von 1226 bis 1876. Nebst einem Anhang: Verzeichnis der Aeltermänner, Aeltesten und Dockmänner der Grossen Gilde in Riga von 1844 bis 1876. 2., vollst. umgearb. Aufl. Riga [u.a.]: Deubner, 1877", "Schweders genealogische Tafeln. Handschrift vorhanden in der Bibliothek der Deutsch-Baltischen Genealogischen Gesellschaft, Darmstadt (Mitteilung von Frau Karina Kulbach-Fricke, Februar 2013)", "Günter Kruse: Gibt es eine genealogische Verbindung von Lenin zur russischen Familie Tschaikowsky? Über die Sippe(n) Berens in Lübeck, Riga und Rußland. In: Zeitschrift für Ostdeutsche Familiengeschichte 58 (2010), H. 1, S. 2-20" und "Erhard Kongsbak (gedbas, Februar 2013)".

oo um.1671 Riga
BERENS Hans Hinrich 57Jhr 4Mo 2Wo 3Ta ev Kaufmann, Ältester (Grosse Gilde), Rats- und Wettherr in Riga
* 23.11.1643 Rostock † 10.04.1701 Riga
Eltern: Berens Hans (Johann) , Dobbin Elisabeth

Hans Hinrich Berens ist - wohl mit den Rostocker Rigafahrern - als Junge von zehn Jahren um 1653 nach Riga gekommen. Ob er mit Verwandten oder allein anreiste ist nicht bekannt. Drei seiner Brüder wanderten von Rostock nach Riga nach und nach aus. Hans Hinrich ist der erste und vermutlich jüngste Emigrant der Familie. Möglicherweise sind es die wirtschaftlichen Schwierigkeiten des Vaters, die Anlaß für die Brüder sind, das Elternhaus zu verlassen und ihr Glück in der Ferne zu suchen. Kurze Zeit nach seiner Ankunft in Riga trat Hans Hinrich Berens als Lehrling in das Handelshaus des Kaufherrn Gabriel Henning ein und wurde nach dem Tod seines Prinzipals am 17. September 1666 in den Gesellenstand aufgenommen. Bereits 1671 muß er selbständig etabliert und im Besitze eines nicht zu unterschätzenden Vermögens gewesen sein, denn in diesem Jahr wurde er von dem "Corps der löblichen Schwarzenhäupter" zu deren Ältesten erwählt. Er wurde am 22. Mai 1671 in Riga eingebürgert, heiratete wohl noch im gleichen Jahr die in Riga geborene Bürgertochter Catharina Gottleben und erlangte als Kaufmann, Ältester der Grossen Gilde und Rats- und Wettherr Zugang zum Rigaer Großbürgertum. - "Der erste Berens, Hans Hinrich, kam als ein Knabe von zehn Jahren aus dem biedern Rostock, seiner Vaterstadt, um 1653, nach Riga. Er legte den Grund zu der besonders im 18. Jahrhundert hier in zahlreichen Abkömmlingen blühenden Familie Berens. In der Erneuerung des Handels allhier nach der ersten Belagerung vom Czaar Ioan Wassilowitsch im Jahre 1665, und unter der schwedischen Regierung, mag er wohl der wichtigste polnische Großhändler gewesen seyn. Von ihm ist noch ein großes, sehr schätzbares Familien-Gemählde vorhanden, welches, nach damaligem Kostum, unsern ehrwürdigen Großvater Hans Hinrich Berens im Gespräch mit handelnden Polen und holländischen Schiffern, die das holländische Geld herbeibringen, und unserm noch jugendlichen Vater Arend Berens die Kontrakte für die Polen darreichen, vorstellt. (...) Hans Hinrich Berens starb im Jahre 1701 im April, in der zweiten wichtigen Belagerung Riga's von den Sachsen und Polen. Nach dem Testamente vom 28ten März 1701 waren von zwei Frauen die hinterlassenen lebenden Kinder des Großvaters, 5 Söhne und 6 Töchter. Der jüngere, unser Vater Arend, erster Ehe, von einer Catharine Gottleben, behielt die Handlung; der ältere, Georg, nachheriger Bürgermeister im hiesigen Rathe, von dessen Tochter Anna Katharina, mit dem Rathsherrn und Ober-Wettherrn Matthias Ulrich Poorten verheirathet, die gegenwärtigen Berens-Poortenschen Nachkommen abstammen; der dritte, Gottfried, zweiter Ehe, von einer Weyern, Sekretaire im Magistrat, von dem die Gottfried- und Gustav-Berensschen männlichen, und die Berens-Stöverschen, und Gottfried Berensschen Kinder, als weibliche Nachkommen, abstammen. Von den sechs Töchtern wurden zwei, aus erster und zweiter Ehe, an beide Martini, Vater und Sohn, beide Leibmedici der Kaiserin Anna, verheirathet; ihre Nachkommenschaft bestand in einer einzigen Tochter, die mit dem Doktor Himsel verheirathet war, deren Zweig mit ihnen und ihrem einzigen Sohne, Doktor Himsel, ausgestorben, und so ein Theil des großväterlichen Vermögens, durch das Himselsche Legat, der Berensschen Familie mit allem Rechte wiederum anheimgefallen ist. Eine andere Tochter unsers Großvaters, Elisabeth, erster Ehe, wurde mit Melchior von Dreyling verheurathet, und deren Tochter Elisabeth, mit Ober-Pastor Depkin, und deren Tochter, Anna Elisabeth, mit Pastor Bergmann; und so entstanden die Berens- von Dreyling- Depkin- Joachim Ebel- und Bergmannschen Nachkommen. Von Anna Berens erster Ehe mit David Martini war eine Tochter Catharine Martini, mit Melchior von Wiedau verheurathet; aus dieser Ehe eine Tochter, Anna Catharine von Wiedau, mit Georg Christoph Andreä vermählt; sie wurde Mutter der Catharine Andreä, die mit Gotthard von Vegesack nachher verbunden ward, deren gegenwärtige Nachkommen dieses Berensschen Familien-Stammes sich erfreuen mögen." - Quelle: Geschichte der seit hundert und funfzig Jahren in Riga einheimischen Familie Berens aus Rostock, nebst Beiträgen zur neuesten Geschichte der Stadt Riga, von Reinhold Berens, der Medicin Doctor, Russisch-Kaiserl. Hofrath und rig. namhaftem Bürger. Riga 1812. Gedruckt und in Kommission bei Julius Conrad Daniel Müller (digital bei wikisource.org). - Weitere Quellen: "Heinrich Julius Böthführ: Die Rigische Rathslinie. Von 1226 bis 1876. Nebst einem Anhang: Verzeichnis der Aeltermänner, Aeltesten und Dockmänner der Grossen Gilde in Riga von 1844 bis 1876. 2., vollst. umgearb. Aufl. Riga [u.a.]: Deubner, 1877", "Baltisches Biographisches Lexikon digital", "Johann Christoph Berens: Silhouetten eines rigaschen Patriziergeschlechts. Hans Hinrich Berens. In: Baltische Monatsschrift 30 (1883), S. 639-675", "Günter Kruse: Gibt es eine genealogische Verbindung von Lenin zur russischen Familie Tschaikowsky? Über die Sippe(n) Berens in Lübeck, Riga und Rußland. In: Zeitschrift für Ostdeutsche Familiengeschichte 58 (2010), H. 1, S. 2-20" und "Erhard Kongsbak (hier falsches Geburtsdatum 1711, gedbas, Februar 2013)".


1. Berens Elisabeth * . .1675 St. Petersburg † . .1710 > 2.1
2. Berens Anna * . <.1680 > 2.2
3. Berens Georg 69Jhr 2Mo ˜ 27.09.1684 Riga † 27.11.1753 Riga > 2.3
4. Berens Arend 59Jhr 5Mo 2Wo * 02.12.1687 Riga † 18.05.1747 Riga > 2.4


1.3
GOTTLEBEN Johann ev Ältermann (Grosse Gilde Riga), Ratsherr, Gerichtsvogt < 0.1
* 1654 † 21.07.1689 Riga
Eltern: Gottleben Johann , Schmidt Anna

"Gottleben Johann (Schweder: * 1654, + 21.7.1689), (+) 28.7. (SP), - Sohn des Ratsherrn Johann Gottleben. - Elt GG, Ratsherr, Gerichtsvogt. - oo Maria Weyer (Schweder: * 15.12.1662, + 3.2.1701), Tochter des Jochim W uv Maria Wildschütz (sie oo II. Hans Hinrich Berens, * 1643, + 1701, Wwer ihrer Schwägerin Catharina Gottleben). - Kinder: 1. Anna, (*) 22.4.1681 (SP), (+) 23.3.1729 (SP), oo I. vor 1698 Thiel Helmsing, + 1709, oo II. N. Stein, oo III. 1 p Tr 1712 Hans Gösche, (*) 18.10.1663, + 12.3.1727 , Consul in Aleppo, dann RH Riga. - 2. Maria, (*) 14.4.1682 (SP), (+) 19.4.1682 (SP). - 3. Maria, (*) 4.7.1683 (SP). - 4. Johann, (*) 20.8.1684 (SP), + als Cornett in russischer Gefangenschaft 171... - 5. Jochim, (*) 19.11.1686 (SP), (+) 18.7.1710 (SP) wohl an der Pest. - 6. Cattrina, (*) 12.12.1687 (SP), + 1689. - 7. Catharina Hedwig, * 1689, + 17.7.1764, oo I. 26.1.1708 Claus Baumgarten, + 1710 wohl an der Pest, oo II. 1718 Johann Fraser, Kirchenvorsteher. - 8. Maria, * 1685, + 1754, oo I. vor 20.12.1705 Johann Heinrich Blatzen, Plazen, * Lübeck, + Riga 1710 wohl an der Pest, oo II. Lorenz Reuter, Bürgermeister in Windau" - Quelle: Schweders genealogische Tafeln. Handschrift vorhanden in der Bibliothek der Deutsch-Baltischen Genealogischen Gesellschaft, Darmstadt (Mitteilung von Frau Karina Kulbach-Fricke, Februar 2013).

oo
WEYER Maria 38Jhr 1Mo 2Wo ev
* 15.12.1662 † 03.02.1701 Riga
Eltern: Weyer Joachim , Wildschütz Maria

Quellen: "Schweders genealogische Tafeln. Handschrift vorhanden in der Bibliothek der Deutsch-Baltischen Genealogischen Gesellschaft, Darmstadt (Mitteilung von Frau Karina Kulbach-Fricke, Februar 2013)", "Erhard Kongsbak (gedbas, Februar 2013)" und "Handbuch des personalen Gelegenheitsschrifttums in europäischen Bibliotheken und Archiven / im Zusammenwirken mit der Forschungsstelle Literatur der Frühen Neuzeit ... der Universität Osnabrück hrsg. von Klaus Garber. [Abt. 3]: Riga, Akademische Bibliothek Lettlands, Historisches Staatsarchiv Lettlands, Spezialbibliothek des Archivwesens, Nationalbibliothek Lettlands, Baltische Zentrale Bibliothek (...). Teil 4, Gleichzeitig Bd. 15 des Gesamtwerkes. Hildesheim [u.a.] : Olms-Weidmann, 2004, Nr. 1299 und 1300".


1. Gottleben Anna 47Jhr 11Mo * 22.04.1681 Riga † 23.03.1729 Riga
> 2.5
2.
Gottleben Maria 5Ta * 14.04.1682 Riga † 19.04.1682 Riga

Quelle: Schweders genealogische Tafeln. Handschrift vorhanden in der Bibliothek der Deutsch-Baltischen Genealogischen Gesellschaft, Darmstadt (Mitteilung von Frau Karina Kulbach-Fricke, Februar 2013).

3. Gottleben Maria * 04.07.1683 Riga

Quelle: Schweders genealogische Tafeln. Handschrift vorhanden in der Bibliothek der Deutsch-Baltischen Genealogischen Gesellschaft, Darmstadt (Mitteilung von Frau Karina Kulbach-Fricke, Februar 2013).

4. Gottleben Johann * 20.08.1684 Riga

Gestorben 171? als Cornett in russischer Gefangenschaft. - Quelle: Schweders genealogische Tafeln. Handschrift vorhanden in der Bibliothek der Deutsch-Baltischen Genealogischen Gesellschaft, Darmstadt (Mitteilung von Frau Karina Kulbach-Fricke, Februar 2013).

5. Gottleben Maria * . .1685 Riga † . .1754 > 2.6
6. Gottleben Jochim 23Jhr 7Mo 4Wo * 19.11.1686 Riga † 18.07.1710 Riga

Wohl an der Pest gestorben. - Quelle: Schweders genealogische Tafeln. Handschrift vorhanden in der Bibliothek der Deutsch-Baltischen Genealogischen Gesellschaft, Darmstadt (Mitteilung von Frau Karina Kulbach-Fricke, Februar 2013).

7. Gottleben Cattrina * 12.12.1687 Riga † . .1689 Riga

Quelle: Schweders genealogische Tafeln. Handschrift vorhanden in der Bibliothek der Deutsch-Baltischen Genealogischen Gesellschaft, Darmstadt (Mitteilung von Frau Karina Kulbach-Fricke, Februar 2013).

8. Gottleben Catharina Hedwig * . .1689 Riga † 17.07.1764 > 2.7


1.4
GOTTLEBEN Hedwig ev < 0.1
* 23.10.1661 Riga † 1679 Riga
Eltern: Gottleben Johann , Schmidt Anna

Paten: H. M. Eberhard Ludewig seine Frau; Fabian Schmidt seine Frau; H. Doctor Johannes Kahl. - Quellen: "Heinrich Julius Böthführ: Die Rigische Rathslinie. Von 1226 bis 1876. Nebst einem Anhang: Verzeichnis der Aeltermänner, Aeltesten und Dockmänner der Grossen Gilde in Riga von 1844 bis 1876. 2., vollst. umgearb. Aufl. Riga [u.a.]: Deubner, 1877" und "Schweders genealogische Tafeln. Handschrift vorhanden in der Bibliothek der Deutsch-Baltischen Genealogischen Gesellschaft, Darmstadt (Mitteilung von Frau Karina Kulbach-Fricke, Februar 2013)".

oo
WEYER Reinhold ev Ältermann (Grosse Gilde Riga)
* 1651 † 1701 Riga

Quelle: Schweders genealogische Tafeln. Handschrift vorhanden in der Bibliothek der Deutsch-Baltischen Genealogischen Gesellschaft, Darmstadt (Mitteilung von Frau Karina Kulbach-Fricke, Februar 2013).

Generation 2


2.1 BERENS Elisabeth ev < 1.2
* 1675 St. Petersburg † 1710
Eltern: Berens Hans Hinrich , Gottleben Catharina

"Eine andere Tochter unsers Großvaters Hans Hinrich Berens, Elisabeth, erster Ehe, wurde mit Melchior von Dreyling verheurathet, und deren Tochter Elisabeth, mit Ober-Pastor Depkin, und deren Tochter, Anna Elisabeth, mit Pastor Bergmann; und so entstanden die Berens- von Dreyling- Depkin- Joachim Ebel- und Bergmannschen Nachkommen." - Quellen: "Geschichte der (...) Familie Berens aus Rostock (..) von Reinhold Berens, Riga 1812" und "Erhard Kongsbak (gedbas, Februar 2013)".

oo
DREYLING Melchior von ev
* 07.07.1671 Riga † 1710
Eltern: Dreyling Melchior von , Witte von Schwanenberg Elisabeth

Quelle: Erhard Kongsbak (gedbas, Februar 2013).


1. Dreyling Elisabeth von * 02.02.1696 Riga † 11.02.1746 Riga > 3.1


2.2
BERENS Anna ev < 1.2
*  <.1680
Eltern: Berens Hans Hinrich , Gottleben Catharina

"Von Anna Berens erster Ehe mit David Martini war eine Tochter Catharine Martini, mit Melchior von Wiedau verheurathet; aus dieser Ehe eine Tochter, Anna Catharine von Wiedau, mit Georg Christoph Andreä vermählt; sie wurde Mutter der Catharine Andreä, die mit Gotthard von Vegesack nachher verbunden ward". - Quellen: "Geschichte der (...) Familie Berens aus Rostock (...) von Reinhold Berens, Riga 1812" und 2. Heirat "Handbuch des personalen Gelegenheitsschrifttums in europäischen Bibliotheken und Archiven / im Zusammenwirken mit der Forschungsstelle Literatur der Frühen Neuzeit ... der Universität Osnabrück hrsg. von Klaus Garber. [Abt. 3]: Riga, Akademische Bibliothek Lettlands, Historisches Staatsarchiv Lettlands, Spezialbibliothek des Archivwesens, Nationalbibliothek Lettlands, Baltische Zentrale Bibliothek (...). Teil 4, Gleichzeitig Bd. 15 des Gesamtwerkes. Hildesheim [u.a.] : Olms-Weidmann, 2004, Nr. 1910".

oo
MARTINI David ev Arzt, Stadtphysikus von Riga
* 1646 † 1706
Eltern: Martini David , Winsheim Klara

David Martini war sehr gebildet. Er studierte in Leipzig, Danzig und Leiden und verteidigte zwei Dissertationen: im Jahre 1666 in Danzig die "Diss. politica de principum consiliariis (Praes. Georgio Neufeld)" und im Jahre 1672 in Leiden die Dissertation "De natura acidi etalcali, genuinarum sanitatis et morbi causarum", mit der er zum Doktor der Allgemeinen Gynaecologie promovierte. Danach reiste er eine längere Zeit durch Westeuropa, besuchte berühmte Universitäten und andere bekannte Orte. In dieser Zeit wurden die Grundlagen für die später berühmte Martini-Himselsche Sammlung von Büchern und anderen wertvollen Gegenstände gelegt. Nachdem David Martini nach Riga zurückgekehrt war, wurde er im Jahre 1689 zum ersten Stadphysikus ernannt. Damals war Martini schon ein anerkannter Fachmann, davon zeugt die Tatsache, dass er an der Obduktion und der Balsamierung des gestorbenen kurländischen Herzogs Friedrich Kasimir, die im Jahre 1689 stattfand, teilgenommen hatte. David Martini wurde auch zum Leibarzt der Kaiserin Anna in St. Petersburg berufen. Er war dreimal verheiratet. Sein erster Schwiegervater war der bekannte Rigaer Arzt und der Hofarzt des schwedischen Königs Nikolaus Witte von Lilienau (1618-1688). Mit ihm zusammen hat David Martini das zweite Reglement der Rigaer Apotheken ausgearbeitet, das im Jahre 1685 in Kraft trat und ein bedeutendes Dokument seiner Zeit war. David Martini hatte alle Eigentümer der Familie geerbt, darunter auch die Apotheke mit dem onus, die Kirchen mit Oblaten frei zu versehen, sowie die Familiengrabstelle in der Domkirche. Die Apotheke leitete er erfolgreich von 1695 bis 1706. Martini hat auch selbst durch den Kauf mehrerer Häuser das Familienvermögen bereichert. - Quellen: "iAptieka (Alte Apotheken von Riga, Internet März 2013)", "Allgemeines Schriftsteller- und Gelehrtenlexikon der Provinzen Livland, Estland und Kurland. Bearb. von Friedrich v. Recke. Bd. 3. Mitau: Steffenhagen u. Sohn, 1831, S. 166", "Die Aerzte Livlands von den aeltesten Zeit bis zur Gegenwart. Ein biographisches Lexikon nebst einer historischen Einleitung über das Medizinalwesen Livlands. Von Isidor Brennsohn. Riga: Bruhns, 1905, S. 30.", "Geschichte der (...) Familie Berens aus Rostock (...) von Reinhold Berens, Riga 1812" und "Baltisches Biographisches Lexikon digital". - Heirat mit Anna Berens am 25.08.17?? in Riga. - Quelle: Handbuch des personalen Gelegenheitsschrifttums in europäischen Bibliotheken und Archiven / im Zusammenwirken mit der Forschungsstelle Literatur der Frühen Neuzeit ... der Universität Osnabrück hrsg. von Klaus Garber. [Abt. 3]: Riga, Akademische Bibliothek Lettlands, Historisches Staatsarchiv Lettlands, Spezialbibliothek des Archivwesens, Nationalbibliothek Lettlands, Baltische Zentrale Bibliothek (...). Teil 4, Gleichzeitig Bd. 15 des Gesamtwerkes. Hildesheim [u.a.] : Olms-Weidmann, 2004, Nr. 1413.


1. Martini Catharina
> 3.2

oo 2 21.05.1707
Riga
DIEPENBROK Michael

"Regii in Ducatu Livoniae Archi-Dicasterii Assesori". - Quelle: Handbuch des personalen Gelegenheitsschrifttums in europäischen Bibliotheken und Archiven / im Zusammenwirken mit der Forschungsstelle Literatur der Frühen Neuzeit ... der Universität Osnabrück hrsg. von Klaus Garber. [Abt. 3]: Riga, Akademische Bibliothek Lettlands, Historisches Staatsarchiv Lettlands, Spezialbibliothek des Archivwesens, Nationalbibliothek Lettlands, Baltische Zentrale Bibliothek (...). Teil 4, Gleichzeitig Bd. 15 des Gesamtwerkes. Hildesheim [u.a.] : Olms-Weidmann, 2004, Nr. 1910.


2.3
BERENS Georg 69Jhr 2Mo ev Ratsherr, Bürgermeister in Riga < 1.2
˜ 27.09.1684 Riga † 27.11.1753 Riga
Eltern: Berens Hans Hinrich , Gottleben Catharina

Studierte Jura in Deutschland. In Riga 1711 Sekretär des Rats, später Obersekretär, seit 1719 Ratsherr, 1721 Vizesyndikus, Munsterherr (1722, 1724), 1723 Deputierter des Rats in St. Petersburg und 1740 bei der Leichenfeier der Kaiserin Anna in Moskau. Seit 1736 Bürgermeister, zuletzt wortführender und Obermunsterherr. Besitzer des Höfchens Grönwaldshof. - "Georg [Berens], nachheriger Bürgermeister im hiesigen Rathe, von dessen Tochter Anna Katharina, mit dem Rathsherrn und Ober-Wettherrn Matthias Ulrich Poorten verheirathet, die gegenwärtigen Berens-Poortenschen Nachkommen abstammen." - Quellen: "Geschichte der (...) Familie Berens aus Rostock (...) von Reinhold Berens, Riga 1812", "Baltisches Biographisches Lexikon digital" und "Erhard Kongsbak (gedbas, Februar 2013)".

oo
WEYER Margarethe ev
* 31.08.1684 † 10.08.1744 Riga
Eltern: Weyer Peter , Lüders Elisabeth

Quelle: Erhard Kongsbak (gedbas, Februar 2013).


1. Berens Anna Catharina 45Jhr 2Mo * 30.01.1715 Riga † 02.04.1760
> 3.3


2.4
BERENS Arend 59Jhr 5Mo 2Wo ev Kaufmann, Ältester, Ältermann (Grosse Gilde Riga) < 1.2
* 02.12.1687 Riga † 18.05.1747 Riga
Eltern: Berens Hans Hinrich , Gottleben Catharina

Kaufmännische Ausbildung beim Vater Hans Hinrich Berens, dann auf Reisen. In Riga Kaufmann, seit 1729 Ältester und 1736-40 Ältermann der Grossen Gilde. Erlangte mit Hilfe von Nikolaus Martini (1678-1741, Leibarzt der Kaiserin Anna) von der Kaiserin Anna 1736 für die Stadt Riga und die handeltreibende Bürgerschaft ein zinsloses Darlehn von 100.000 Rubel, mit dem die "Handlungscassa" gegründet wurde. Veranlaßte den Bau von Hanf- und Flachs-Ambaren. Besitzer von Hagenshof. - Quellen: "Baltisches Biographisches Lexikon digital" und "Erhard Kongsbak (gedbas, Februar 2013)". - "Ich komme wieder zurück auf meinen von mir persönlich nicht gekannten, aber wegen seiner gemeinnützigen Handlungen stets sehr verehrten Vater, Arend Berens, geboren 1688. In der letzten schwersten Zeit für unser geliebtes Riga, oder in der Belagerung und Unterwerfung unter den wohlthätigen russischen Scepter, nachdem er schon vorher die Handlung bei seinem würdigen Vater [Hans Hinrich Berens] erlernet, soll er nicht hier gewesen seyn, sondern irgendwo auf einer Handlungs-Expedition in Deutschland oder Holland, oder auch in Polen. Bald darauf kam er zurück, und trieb den Großhandel seines würdigen Vaters, von dem er nichts mehr, als die wichtigen polnischen Schulden geerbt hatte. (...) im Jahre 1747 ging dieser, von seiner Familie so geliebte und verehrte Vater [Arend Berens], in einem Alter von einigen und funzig Jahren, zu seiner ewigen Ruhe hinüber, und hinterließ unserer äußerst betrübten Mutter 14 bis 15 lebende Kinder, als ihr bestes Andenken und ihren größesten Reichthum." - Quelle: Geschichte der (...) Familie Berens aus Rostock (...) von Reinhold Berens, Riga 1812.

oo 20.10.1720 Riga
BOOMGARD Johanna Sophia ev
† 1754 Riga
Eltern: Boomgard N.N. , N.N.

"(...) im Jahre 1747 ging dieser, von seiner Familie so geliebte und verehrte Vater [Arend Berens], in einem Alter von einigen und funzig Jahren, zu seiner ewigen Ruhe hinüber, und hinterließ unserer äußerst betrübten Mutter 14 bis 15 lebende Kinder, als ihr bestes Andenken und ihren größesten Reichthum. Diese mir unvergeßliche Mutter, die ich nur in meiner frühesten Jugend kennen und verehren konnte, setzte den hinterlassenen Großhandel, mit Hülfe ihren ältesten Söhne, Arend und Carl, und ihre nicht geringe Hauswirthschaft mit ihren ältesten Töchtern, Eva, Catharina und Johanna, unter gleichem Segen des Himmels glücklich fort, und würde auch gewiß sich einer größeren Wohlhabenheit erfreut haben, ohne einen, nachher anzuzeigenden Umstand. Diese brave Mutter bekam zuletzt eine schmerzhafte und langwierige Krankheit, in welcher wir jüngsten Kinder sie nach unsern Kräften pflegten. Sie hatte noch vor ihrem sehr sanften Lebensende die höchste Freude, ihren sehr geliebten dritten Sohn, Johann Christoph, wieder zu sehen, der nach vollendeten Studien in Deutschland noch eine Reise im Auslande gemacht hatte, und nach dem sehnlichen Verlangen der besten Mutter, jetzt eiligst aus Paris zurückgekehrt war, um der frommen Mutter Segen sich für seine ganze nachherige Lebenszeit zu erbitten, welcher ihm und uns allen mit entzückter Freude und himmlischer Güte zum reichsten Erbtheil gewährt wurde. Nach Gewährung dieser einzigen Bitte vom gnädigen Himmel, lebte sie noch wenige Tage in dem durch sie so glücklichen Kreise aller ihrer sie umgebenden lieben Kinder, und ging mit dem innigsten Dank zu Gott, wohin sie in der größten Fassung unsere innigste Liebe und Verehrung mit hinüber nahm, zu ihrem gnädigen, belohnenden Schöpfer und dem braven, getreuen Gatten. Noch blieben wir 14 verwaiste Kinder ein ganzes Jahr in unserer Eltern Hause, bis von unserm ältesten Bruder [Arend Berens] das hinterlassene Vermögen derselben unter uns getheilt, und für die noch vielen Unmündigen Sorge getragen war." - Quellen: "Geschichte der (...) Familie Berens aus Rostock (...) von Reinhold Berens, Riga 1812", "Baltisches Biographisches Lexikon digital <hier Name Johanna Sophia Boomgard (Baumgarten)>" und "Erhard Kongsbak (gedbas, Februar 2013)".


1. Berens Johanna Sophia > 3.4
2. Berens Franz † .03.1772 Moskau †Urs: Hitziges Fieber

"Franz Berens, hatte sich mehr der ausländischen Kommissions-Handlung gewidmet. Er war zuletzt allhier in dem damals berühmten englischen Handlungshause Greathed & Kompagnie, und nachdem dieses Haus sich veränderte, fühlte er die stärkste Neigung nach Rußland, und besonders nach Moskau zu gehen, wo schon der Bruder Adam Heinrich, nachdem er den Militairstand verlassen hatte, aufs beste etablirt war. Auf Rekommendation und Unterstützung unserer hiesigen Brüder [Carl und Johann Christoph], und nachdem er das Russische wohl erlernt hatte, verband er sich mit einem russischen Großhändler Strugofschikoff. Er erlebte das höchst unglückliche 1770ste Jahr der schrecklichen Pest und des Aufruhrs in Moskau, bewahrte aber doch das Vermögen seines Kompagnons, da während der Pest und der Unruhen aller Handlungs-Verkehr nicht allein dort gänzlich stille lag, sondern auch den größten Gefahren ausgesetzt war; indem er selbst als russisch gestalteter Kaufmann mitten unter den Aufrührern sich öfters befand, und seinen Brüdern hier und dort beständig über den gefahrvollen Zustand in Moskau getreue Nachrichten gab. Mit dem ersten Anfange der so wohlthätigen Kälte hörte indeß das fürchterliche Sterben der Einwohner in um Moskau auf, so daß am Ende des 1770sten Jahres fast keiner mehr von dieser scharfen Sichel des Todes getroffen ward. Indeß hatte ich [Reinhold Berens] nicht das Glück, diesen gleichfalls rechtlichen und äußerst thätigen Bruder, nach meinem Studiren im Auslande, zu umarmen, indem er kurz vor meiner Ankunft, im März 1772, zu Moskau, an einem hitzigen Fieber gestorben war." - Quelle: Geschichte der (...) Familie Berens aus Rostock (...) von Reinhold Berens, Riga 1812.

3. Berens Arend 46Jhr 1Mo * 13.05.1723 Riga † 19.06.1769 Riga > 3.5
4. Berens Peter * . >.1725

Trotz seiner schwächlichen Gesundheit und Gebrechlichkeit war der unverheiratete Peter Berens ein treuer Gehilfe in den Handelshäusern seiner älteren Brüder Arend und Carl Berens. - Quelle: Geschichte der (...) Familie Berens aus Rostock (...) von Reinhold Berens, Riga 1812.

5. Berens Gustav * . >.1725 † . >.1780

"Der Bruder Gustav aber, an einem fast unheilbaren Zufall leidend, blieb dennoch den Handlungsgeschäften treu, die er in einem braven schwedischen Handlungshause allhier, Dyrsen und Ebel, fortsetzte. Er trat nachher mit Dyrsen junior, der sich mit unserer ältesten Schwestertochter, Johanna Sophia Schwartz, verband, in Kompagnie, und als auch dieser starb, und dessen Witwe sich mit dem würdigen Aeltesten Ludwig Grave verband, machte er in Geschäften für unsern Bruder Carl verschiedene Seereisen. Auf einer derselben litt er in der Nordsee fast gänzlichen Schiffbruch, verlor aber dadurch glücklicherweise seine Krankheit und kehrte so mit besserer Gesundheit wieder zurück. Während meines [Reinhold Berens] Studierens in Berlin erschien er daselbst ganz unvermuthet, mit einigen wichtigen holländischen Einpöcklern und Behandlern der so berühmten holländischen Häringe, um sie nach Archangel am weißen Meere zu bringen. Man hatte nehmlich unserer Kaiserin Catharina, die allen sichern Erwerb und alle guten Handlung-Aussichten gern beförderte, berichtet, daß dort ein großer Zug Häringe jährlich erscheine und reichlichen Fang verleihe. Zum Einpöckeln derselben nach holländischer Weise, fehlte es aber an geschickten Leuten, die damit umzugehen wußten, und die Dasigen hierin unterrichten konnten. Es wurde daher unserm damaligen General-Gouverneur Grafen Browne, bekannt zu machen aufgetragen, daß man eine Prämie von 1000 Ducaten, auf die Herbeischaffung solcher holländischen Einpöckler setzte, welche demjenigen sogleich hier ausgezahlt werden sollte, der diesen Auftrag übernehmen würde. Der Bruder Gustav meldete sich hiezu, und führte es auch glücklich aus, indem er selbst geschickte Einpöckler aus Holland nach Archangel brachte, und so die Prämie von 1000 Ducaten hier sogleich ausgezahlt erhielt. Nach dieser glücklichen Unternehmung verband er sich wiederum, durch Unterstützung unsers väterlichen Bruders Carl, mit einem gewissen Herrn Immermann, und etablirte das in Libau sehr bekannte und geschätzte Handlungshaus, unter der Firma Berens und Immermann. Er blieb zwar unverheurathet, war aber desto sorgsamer für das häusliche Wohl seines eben verheuratheten Kompagnons, und trug durch seinen gutmüthigen, freigebigen und geselligen Charakter sehr viel bei, zum Flor des dasigen Handels sowohl, als auch zum edlen, frohen Lebensgenuß der wohlhabenden Stadt- und Land-Bewohner. Bei meiner gänzlichen Rückkehr von der Station in Sibirien und meiner glücklichen ehelichen Verbindung mit der mich längst erwartenden und mir verlobten Braut, Maria von Krüger, hatte ich im Jahr 1780 die Freude, alle meine noch lebenden zerstreuten Geschwister, mit der herzlichsten Theilnahme an meinem Wohle, beisammen zu sehen; aber leider! erlitten wir auch die schmerzlichste Betrübniß, diesen guten Bruder, durch seinen bald darauf erfolgten Tod, hier zu verlieren." - Quelle: Geschichte der (...) Familie Berens aus Rostock (...) von Reinhold Berens, Riga 1812.

6. Berens Albrecht * . >.1725 † Dunkerque †Urs: Ertrunken

"Die beiden folgenden Brüder Albrecht und Gustav hatten zwar nach dem Lieblings-Wunsche unserer zärtlichen Mutter die Handlung ihres Vaters erlernet, dabei aber einen unwiderstehlichen Trieb zu allen Künsten und Handarbeiten des Drechslers, Tischlers, Schlossers, Metallgießers. Die gütige Mutter unterstützte ihn gern, wenn nur keiner ihrer Söhne Neigung zum Militairstande äußerste, den sie nicht liebte (...). Indeß konnte der Bruder Albrecht nicht länger als ein Jahr nach dem Tode der Mutter [1754] seine unwiderstehliche Neigung zum Soldaten-Stande bemeistern, sondern verließ die ergiebige Laufbahn eines Kaufmanns und betrat die zwar mühsame, doch ehr- und thatenreiche, eines braven Kriegers. Hiezu erwarb er sich vorher die nöthigsten Kenntnisse, indem er zu Jena und Strasburg die Militair-Wissenschaften aufs fleißigste studirte, und sich in ihnen Achtung und Ruhm erwarb. Er begab sich darauf unter das französische Militair, und diente während des siebenjährigen Krieges als Volontair bei einem französischen Regimente. Nach zwei Kampagnen und zwei mitgemachten Bataillen, wobei er verwundet wurde und sich allen Ruhm eines braven Officiers erwarb, verlor er seine Equipage, die ihm von hier aus zwar reichlich wieder ersetzt, dort aber entzogen wurde oder verloren ging, wurde Kapitain, und sollte auch eine Kompagnie erhalten. Aber überdrüßig dieser leeren, nur Aufwand fordernden Aussichten, nahm er nach Endigung des Krieges seinen Abschied, und gedachte nun, seine kriegerischen Talente mit unsern braven Russen, dem eignen Vaterlande zu widmen. In dieser Absicht reiste er aus Frankreich über den damals so berühmten Kriegshafen Dünkirchen; er besahe dort ein französisches Kriegsschiff, fiel unglücklicherweise über Bord, und ertrank ohne alle Rettung, zu dem größten Leidwesen seiner ihn hier sehnlichst erwartenden Geschwister, Verwandten und Freunde." - Quelle: Geschichte der (...) Familie Berens aus Rostock (...) von Reinhold Berens, Riga 1812.

7. Berens Carl 63Jhr 8Mo 1Wo * 04.07.1725 Riga † 15.03.1789 Riga > 3.6
8. Berens Eva Maria * 12.10.1726 Riga > 3.7
9. Berens Anna * . >.1727

"Die jüngste Schwester, Anna Berens, die unerachtet ihrer Kränklichkeit sich dennoch nicht der liebevollen Erziehung der zweiten Tochter ihres Bruders Johann Christoph, bei dem sie lebte, entzog, und der liebevollsten Achtung und Pflege ihres jetzt schon schwächlichen Bruders, und ihrer verehrungswürdigen noch lebenden Schwägerin, gebornen Maria Wewell, sich erfreute, erlebte indeß nicht, so wie ihre ältere Schwester Catharina, die süßen Früchte ihrer herzlichen Bemühungen. Nehmlich durch die glückliche Verheurathung ihres Zöglings, der Brudertochter Eva Maria, mit einem hiesigen englischen wohlhabenden Negotianten, John Mitchel, wurde diese bis in das späteste Alter beglücket; jene aber starb plötzlich, bald nach der Verheurathung ihres würdigen Zöglings, mit dem braven ausländischen Negotianten, Nicolaus Kriegsmann, gegenwärtigem Königlich dänischen Konsul." - Quelle: "Geschichte der (...) Familie Berens aus Rostock (...) von Reinhold Berens, Riga 1812".

10. Berens Catharina 76Jhr 5Mo * 07.10.1727 Riga † 11.03.1804 Riga

Der mit ihren Brüdern Carl und Johann Christoph befreundete Philosoph und Schriftsteller Johann Georg Hamann wurde 1756 beim Handelshaus Berens angestellt. Hamann warb um Catharinas Hand. Nach seinem christlichem Erweckungserlebnis und seiner Kritik der Aufklärung kam es zu Spannungen mit dem Berensschen Kreis, der ihn nun für einen bürgerlich unbrauchbaren christlichen Schwärmer hielt. Berens versuchte, seinen alten Freund und Mitarbeiter für die Gedanken der Aufklärung zurückzugewinnen. Kant sollte dabei helfen und vermitteln, er war aber nicht erfolgreich. Im Zusammenhang dieser Meinungsverschiedenheiten scheiterte 1758 auch Hamanns Werben um Catharina Berens und es entstanden die Sokratischen Denkwürdigkeiten als Rechtfertigungsschrift gegen Berens und Kant. - "Seine noch unmündigen Kinder überließ Carl [Berens] mit aller Zuversicht zur ferneren Erziehung seiner getreuen, frommen Schwester Catharina, die, aus Liebe für ihre Brüder, ihrer Bestimmung als Gattin entsagte, und doch als hochverehrte zweite Mutter ihrer Brüder-Kinder ihre Pflichten in wahrer christlich-tugendhafter Erziehung derselben, getreu und eifrig ausübte; wovon sie auch noch im spätesten Alter von 79 Jahren, die süßesten Früchte der dankbarsten Verehrung von ihren geliebten Kindern und Kindeskindern, bis zu ihrem ruhigen und seligen Ende genoß." - Quellen: "Wikipedia", "Geschichte der (...) Familie Berens aus Rostock (...) von Reinhold Berens, Riga 1812", "Johann Christoph Berens: Silhouetten eines rigaschen Patriziergeschlechts. III, Aus der Hamann- und Herderperiode. 3, Katharina Berens. In: Baltische Monatsschrift 32 (1885), S. 733-741" und "Johann Georg Hamann's, des Magus in Norden, Leben und Schriften. Von C.H. Gildemeister. Bd. 1. Gotha: Friedrich Andreas Perthes, 1857, S. 147 ff."

11. Berens Johann Christoph 63Jhr 1Mo 1Wo * 07.10.1729 Riga † 19.11.1792 Riga > 3.8
12. Berens Georg * 28.05.1739 Riga † . .1813 Riga
> 3.9
13.
Berens Adam Heinrich 45Jhr * 06.07.1742 Riga † . .1786 Moskau > 3.10
14. Berens Reinhold (von) 78Jhr 8Mo 3Wo * 12.01.1745 Riga † 08.10.1823 Riga > 3.11


2.5
GOTTLEBEN Anna 47Jhr 11Mo ev < 1.3
* 22.04.1681 Riga † 23.03.1729 Riga
Eltern: Gottleben Johann , Weyer Maria

Quelle: Schweders genealogische Tafeln. Handschrift vorhanden in der Bibliothek der Deutsch-Baltischen Genealogischen Gesellschaft, Darmstadt (Mitteilung von Frau Karina Kulbach-Fricke, Februar 2013).

oo <.1698 Riga
HELMSING Thiel ev
† 1709

Quelle: Schweders genealogische Tafeln. Handschrift vorhanden in der Bibliothek der Deutsch-Baltischen Genealogischen Gesellschaft, Darmstadt (Mitteilung von Frau Karina Kulbach-Fricke, Februar 2013).


oo 2
STEIN N.N. ev

Quelle: Schweders genealogische Tafeln. Handschrift vorhanden in der Bibliothek der Deutsch-Baltischen Genealogischen Gesellschaft, Darmstadt (Mitteilung von Frau Karina Kulbach-Fricke, Februar 2013).


oo 3 1712
GÖSCHE Johann 63Jhr 4Mo 4Wo ev Consul in Aleppo, Ratsherr in Riga
* 14.10.1663 Riga † 12.03.1727 Riga
Eltern: Gösche Hans , Teichmann Anna

Johann Gösche, 1726 [Ratsherr]. Er war Sohn des Aeltermanns kleiner Gilde Hans Gösche und der Anna Teichmann und den 14. October 1663 geboren. Er hatte 16 Jahre als Consul der holländischen General-Staaten in Aleppo gelebt. - Quellen: "Heinrich Julius Böthführ: Die Rigische Rathslinie. Von 1226 bis 1876. Nebst einem Anhang: Verzeichnis der Aeltermänner, Aeltesten und Dockmänner der Grossen Gilde in Riga von 1844 bis 1876. 2., vollst. umgearb. Aufl. Riga [u.a.]: Deubner, 1877, S. 207" und "Schweders genealogische Tafeln. Handschrift vorhanden in der Bibliothek der Deutsch-Baltischen Genealogischen Gesellschaft, Darmstadt (Mitteilung von Frau Karina Kulbach-Fricke, Februar 2013)".


2.6
GOTTLEBEN Maria ev < 1.3
* 1685 Riga † 1754
Eltern: Gottleben Johann , Weyer Maria

Quelle: Schweders genealogische Tafeln. Handschrift vorhanden in der Bibliothek der Deutsch-Baltischen Genealogischen Gesellschaft, Darmstadt (Mitteilung von Frau Karina Kulbach-Fricke, Februar 2013).

oo um.1705 Riga
BLATZEN (PLAZEN) Johann Heinrich ev
* Lübeck † 1710 Riga

Wohl an der Pest gestorben. - Quelle: Schweders genealogische Tafeln. Handschrift vorhanden in der Bibliothek der Deutsch-Baltischen Genealogischen Gesellschaft, Darmstadt (Mitteilung von Frau Karina Kulbach-Fricke, Februar 2013).


oo 2
REUTER Lorenz ev Bürgermeister von Windau (Ventspils)

Quelle: Schweders genealogische Tafeln. Handschrift vorhanden in der Bibliothek der Deutsch-Baltischen Genealogischen Gesellschaft, Darmstadt (Mitteilung von Frau Karina Kulbach-Fricke, Februar 2013).


2.7
GOTTLEBEN Catharina Hedwig ev < 1.3
* 1689 Riga † 17.07.1764
Eltern: Gottleben Johann , Weyer Maria

Hochzeitsschrift: Auff Die glückliche Vermählung/ so zwischen Hrn. NICOLAO Baumgarten/ JUNGFER Catharina Hedwig Gottleben/ aus der Ferne/ [...] einige ergebene Freunde (dt.). [s.l]: [s.p.][s.a.]. - Quellen: "Handbuch des personalen Gelegenheitsschrifttums in europäischen Bibliotheken und Archiven / im Zusammenwirken mit der Forschungsstelle Literatur der Frühen Neuzeit ... der Universität Osnabrück hrsg. von Klaus Garber. [Abt. 3]: Riga, Akademische Bibliothek Lettlands, Historisches Staatsarchiv Lettlands, Spezialbibliothek des Archivwesens, Nationalbibliothek Lettlands, Baltische Zentrale Bibliothek (...). Teil 4, Gleichzeitig Bd. 15 des Gesamtwerkes. Hildesheim [u.a.] : Olms-Weidmann, 2004, S. 612 (2221)" und "Schweders genealogische Tafeln. Handschrift vorhanden in der Bibliothek der Deutsch-Baltischen Genealogischen Gesellschaft, Darmstadt (Mitteilung von Frau Karina Kulbach-Fricke, Februar 2013)".

oo 26.01.1708 Riga
BAUMGARTEN Nicolaus ev
† 1710 Riga

Wohl an der Pest gestorben. - Quelle: Schweders genealogische Tafeln. Handschrift vorhanden in der Bibliothek der Deutsch-Baltischen Genealogischen Gesellschaft, Darmstadt (Mitteilung von Frau Karina Kulbach-Fricke, Februar 2013).


oo 2 1718 Riga
FRASER Johann ev Kirchenvorsteher

Quelle: Schweders genealogische Tafeln. Handschrift vorhanden in der Bibliothek der Deutsch-Baltischen Genealogischen Gesellschaft, Darmstadt (Mitteilung von Frau Karina Kulbach-Fricke, Februar 2013).

Generation 3


3.1 DREYLING Elisabeth von ev < 2.1
* 02.02.1696 Riga † 11.02.1746 Riga
Eltern: Dreyling Melchior von , Berens Elisabeth

Quelle: Erhard Kongsbak (gedbas, Februar 2013).

oo
DEPKIN Bartholomäus ev Ober-Pastor
* 25.09.1682 † 21.08.1746

Quelle: Erhard Kongsbak (gedbas, Februar 2013).


1. Depkin Anna Elisabeth * 19.06.1712 † 11.06.1784 > 4.1


3.2
MARTINI Catharina ev < 2.2
Eltern: Martini David , Berens Anna

Quellen: "Geschichte der (...) Familie Berens aus Rostock (...) von Reinhold Berens, Riga 1812" und "Baltisches Biographisches Lexikon digital".

oo 30.10.1710 Riga
WIEDAU Melchior von ev Bürgermeister
* 15.05.1679 Riga † 10.11.1740 Riga
Eltern: Wiedau Nicolaus , Dreiling Catharina

Vater: Nicolaus Wiedau, Kaufmann und Ratsherr; Mutter: Catharina, geb. Dreiling; oo Riga 30. 10. 1710 Catharina Martini. - Lyzeum in Riga. Seit 1699 Student der Jurisprudenz in Rostock und 1701 in Halle. Reiste nach Holland und England, 1705 über Schweden zurück nach Riga. 1706 Sekretär beim schwedischen Gouverneur in Kurland, dann Assistent auf Ösel, 1710 Sekretär beim Livländischen Hofgericht. In Riga seit 1711 im Rat, 1713 Syndikus, seit 1722 Bürgermeister; 1724 Mitglied einer auf kaiserlichen Befehl eingesetzten Kommission in Reval; 1724 und 1730 Deputierter des Rats zu der Krönungen der Kaiserinnen Katharina I. und Anna in Moskau; zuletzt ältester Bürgermeister, Obermunster- und Oberwaisenherr. 1738 römischer Reichsadel. - Quellen: "Geschichte der (...) Familie Berens aus Rostock (...) von Reinhold Berens, Riga 1812" und "Baltisches Biographisches Lexikon digital".


1. Wiedau Anna Catharina von > 4.2


3.3
BERENS Anna Catharina 45Jhr 2Mo ev < 2.3
* 30.01.1715 Riga † 02.04.1760
Eltern: Berens Georg , Weyer Margarethe

Quelle: Erhard Kongsbak (gedbas, Februar 2013).

oo 1730 Riga
POORTEN Matthias Ulrich 76Jhr 1Mo ev Ältermann, Ratsherr, Oberkämmerer
* 18.12.1698 Narva † 20.01.1775 Riga
Eltern: Poorten Matthias , Feldhusen Margarethe

1736 Dockmann, 1738 Ältester der Großen Gilde Riga, 1747, 1749 und 1752 Ältermann, 1753 Ratsherr, 1764 Oberkämmerer, dann Oberwettherr, 1722 verabschiedet. - Quelle: Erhard Kongsbak (gedbas, Februar 2013).


1. Poorten Georg * . .1731 † . .1799

Quelle: Erhard Kongsbak (gedbas, Februar 2013).

2. Poorten Matthias Ulrich * 17.10.1732 Riga † 09.05.1812

Quelle: Erhard Kongsbak (gedbas, Februar 2013).


3.4
BERENS Johanna Sophia ev < 2.4
Eltern: Berens Arend , Boomgard Johanna Sophia

"Meine dritte fromme und gute Schwester Johanna Sophia Berens, die mit edler Einfachheit und Standhaftigkeit in ihrem eigenen Ungemache, die wärmste Empfindung für Anderer Leiden, und möglichste Wohlthätigkeit verband, verheirathete sich mit unserm Vetter Gottfried Berens, damals Secretair in unserer Magistrats-Kanzlei, und wurde die wahrhaft-zärtlichste Mutter und glückliche Erzieherin ihrer, sie unvergeßlich verehrenden, noch lebenden geschätzten Kinder." - Quellen: "Geschichte der (...) Familie Berens aus Rostock (...) von Reinhold Berens, Riga 1812", "Baltisches Biographisches Lexikon digital" und "Erhard Kongsbak (gedbas, Februar 2013)".

oo 23.02.1757 Riga
BERENS Gottfried 82Jhr 3Mo ev Ratsherr, Obervogt
* 28.09.1722 Riga † 29.12.1804 Riga
Eltern: Berens Gottfried , Langerhans Elisabeth

Vater: Gottfried Berens (Bruder von Arend Berens, 1686-1747), Vogteigerichtssekretär; Mutter: Elisabeth, geb. Langerhans, aus Mitau; oo I Riga 10.4.1754 Dorothea Elisabeth Kehrwieder, aus St. Petersburg; oo II Riga 23.2.1757 seine Cousine Johanna Sophia Berens (Schwester von Arend Berens <Sohn des Arend Berens, 1686-1747>). Seit 1742 Studium der Philosophie und Jurisprudenz in Leipzig. In Riga 1746 Sekretär, später Obersekretär des Rats. 1765-87 Ratsherr, Waisenherr, Gesetzherr und Obervogt, seit 1784 Scholarch, Syndikus und Zensor. Deputierter des Rats: 1747 in Stockholm, 1760 und 1767 in St. Petersburg. 1783 Mitglied der russisch-kurländischen Grenz-Kommission. An der Umgestaltung der Domschule (im Äußeren und im Lehrplan) und an der Abfassung des Neuen Rigaischen Gesangbuches von 1782 beteiligt. Redaktion der Rigaischen Anzeigen, Verdient um die Stadtbuchdruckerei. 1787-97 Vorsteher der peinlichen Sachen des Polizeiamtes, Hofrat. - Quellen: "Baltisches Biographisches Lexikon digital" und "Erhard Kongsbak (gedbas, Februar 2013)". - "Gleich in seinen ersten Dienstjahren wurde dieser mein geschätzter Schwager [Gottfried Berens] erwählt, eine alte Liquidations-Sache unserer Stadt mit Schweden in Stockholm selbst zu berichtigen, welches er auch, zum wahren Vortheil für seine Vaterstadt, und zur größten Zufriedenheit seiner Vorgesetzten, bewürkte; und so wurde er bald darauf, zu zweienmalen, auch zum würdigen Deputirten unserer Stadt, noch unter der glorreichen Regierung der Kaiserin Elisabeth, erwählt; wobei er sich allen Ruhm, sich für die Gerechtsame unserer Stadt wahrhaft verwendet zu haben, erwarb. Nachdem er aber zum Mitglied unseres Magistrats-Standes erwählt worden war, kehrte er zurück, und verwaltete sein neues, ihm jederzeit sehr schätzbares und ehrenvolles Amt, mit aller Würde eines rechtlichen, ordnungsvollen Mannes, zum Besten seiner geliebten Vaterstadt, bis in sein ehrwürdiges hohes Alter von 82 Jahren, und starb im Jahr 1806 unter der höchst beglückenden Regierung unsers menschenfreundlichen Alexanders des Ersten." - Quelle: Geschichte der (...) Familie Berens aus Rostock (...) von Reinhold Berens, Riga 1812.


1. Berens Melchior Gottfried (von) * . .1764 † . .1796 > 4.3


3.5
BERENS Arend 46Jhr 1Mo ev Kaufmann, Ältester (Grosse Gilde Riga) < 2.4
* 13.05.1723 Riga † 19.06.1769 Riga
Eltern: Berens Arend , Boomgard Johanna Sophia

Dockmann 20.09.1753, Ältester der Großen Gilde 19.02.1755, Gest. 19.06.1769. - "Mein ältester Bruder Arend, ein heller und scharf denkender Kopf, mit gleich patriotischen und wohlthuenden Gefühlen, war schon zu der Mutter Lebzeiten mit seiner leiblichen Cousine, Eva Maria Zuckerbecker, verheurathet. Sie war die älteste Tochter unserer würdigen Mutterschwester, der verwitweten Zuckerbecker, die viele Jahre nach ihres Mannes Tode mit männlicher Kraft und dem edelsten Herzen die, besonders holländische, Handlung in Assistenz ihrer braven Söhne, Johann und Thomas, mit vielem Glück fortsetzte, und den Grund zu der jetzigen Wohlhabenheit unserer nächsten Verwandten legte. Dieser Bruder erkaufte aus der Nachlassenschaft unserer Eltern Hagenshof, jenseit der Düna, das noch von unserm Großvater herstammte, nach dem Wunsche in seinem hinterlassenen Testamente, daß, wo möglich, seine unbeweglichen Besitzungen nicht aus der Familie kommen möchten. Er verband sich mit seiner Schwiegermutter Zuckerbecker in Führung ihrer Handlung, und übergab unserm zweiten Bruder Carl die väterliche Großhandlung, nebst dem von ihm ganz neu erbauten Hause neben dem unserer Eltern, oder dem jetzigen Alt-Wöhrmannschen. Noch führte dieser älteste Bruder Arend mit seiner Schwiegermutter die Zuckerbeckersche Handlung, als der Krieg 1756 gegen Preußen ausbrach. Es zog sich hier um Riga die Haupt-Armee, von mehr als 60,000 Mann, unter dem Haupt-Kommando des sehr splendiden General-Feldmarschalls Apraxin, zusammen. Der Feldmarschall stand mit seiner ganzen Generalität und dem Stabe den Winter zwischen 1756 und 1757, bis zum Mai-Monat, hier in der Stadt selbst. Der Bruder war von Petersburg aus der Factor, oder hatte die Auszahlung der so wichtigen Gelder des Feldmarschalls, und vieler andern großen Herren, zu besorgen, besonders auch des Grafen Romanzow, der damals noch Oberster war, und in unserer Eltern Hause stand. Dieser Winter war für die Stadt durch mancherlei harte Forderungen äußerst drückend. Hier nutzte nun der Bruder die hohe Gunst des Feldmarschalls und anderer Großen, nicht für sich, sondern zum Besten seiner lieben Vaterstadt, unterstützte den Magistrat in dieser sehr beschwerlichen und kostspieligen Zeit, suchte, wo er nur konnte, mit der wohlthuendsten Thätigkeit, allen Schaden von der Stadt abzuwenden, und begnügte sich nur mit dem lohnenden Gefühl, seinem lieben Riga gedient zu haben. Bald darauf trat er aus der Zuckerbeckerschen Handlung, nahm den jüngern gebrechlichen Bruder Peter zu sich, verschönerte Hagenshof, machte darin allerlei nothwendige Verbesserungen, und starb als Notair des damaligen Portorien-Zolls, während meines [Reinhold Berens] Studirens im Auslande." - "(...) die dritte [Verbindung mit der Schwartzischen Familie] entstand durch die älteste Tochter unsers ältesten Bruders Arend, welche den ältesten Sohn des ehemaligen Aeltermanns, Johann George Schwartz, würdigsten Andenkens, genannt Adam Heinrich Schwartz, heurathete, den neuerlichen und würdigsten ersten Bürgemeister." - Quellen: "Geschichte der (...) Familie Berens aus Rostock (...) von Reinhold Berens, Riga 1812", "Riga's ältere Geschichte in Uebersicht, Urkunden und alten Aufzeichnungen zusammengestellt. Riga [u.a.]: Eduard Frantzen's Verl.-Comptoir, 1844. (= Monumenta Livoniae antiquae; Bd. 4), S. CCCXLIII", "Baltisches Biographisches Lexikon digital" und "Erhard Kongsbak (gedbas, Februar 2013)".

oo <.1754
ZUCKERBECKER Eva Maria ev
Eltern: Zuckerbecker N.N. , Boomgard N.N.

"Mein ältester Bruder Arend (...) war schon zu der Mutter Lebzeiten mit seiner leiblichen Cousine, Eva Maria Zuckerbecker, verheurathet. Sie war die älteste Tochter unserer würdigen Mutterschwester, der verwitweten Zuckerbecker (...)". - Quelle: "Geschichte der (...) Familie Berens aus Rostock (..) von Reinhold Berens, Riga 1812".


1. Berens Johanna Sophia * . .1750 Riga † . .1806 > 4.4


3.6
BERENS Carl 63Jhr 8Mo 1Wo ev Kaufmann, Ältermann (Grosse Gilde Riga) < 2.4
* 04.07.1725 Riga † 15.03.1789 Riga
Eltern: Berens Arend , Boomgard Johanna Sophia

In Riga Domschule und kaufmännische Lehre beim Vater Arend Berens (1687-1747) in Riga, auf Geschäftsreisen im inneren Rußland und Polen. Mit dem älteren Bruder Arend Berens Inhaber des väterlichen Handelshauses: Export von Getreide, Hanf, Flachs, Holz und Äsche vor allem aus Smolensk und Umgebung. Seit 1751 Schwarzhäupter, seit 1767 Ältermann der Grossen Gilde. Philanthrop, verdient um die Armenfürsorge. Erbaute die Villa "Schoongezicht" bei Berenshof. Befreundet mit Johann Christoph Schwartz (Bürgermeister und Jurist in Riga, 1722-1804), Nikolai von Himsel (Arzt und gelehrter Sammler in Riga, 1729-1764), J. E. v. Essen, Johann Friedrich Hartknoch (Buchhändler und Verleger in Riga, 1740-1789), Johann Gotthelf Lindner (Schriftsteller, 1753-1764: Rektor der Domschule in Riga, 1729-1776), Woldemar Dietrich Freiherr von Budberg-Bönninghausen (Maler und Zeichner in Strasdenhof bei Riga, 1740-1784), Johann Christoph Freiherr von Campenhausen (Wirkl. Geheimrat, 1716-1782 Königsberg/Riga), Jakob Friedrich von Wilpert (Bürgermeister in Riga, 1741-1812), Johann Georg Hamann (Philosoph und Schriftsteller, 1730-1788) und Johann Gottfried Herder (Dichter, Übersetzer, Theologe, Geschichts- und Kulturphilosoph, 1744-1803). - Quellen: "Baltisches Biographisches Lexikon digital", "Johann Christoph Berens: Silhouetten eines rigaschen Patriziergeschlechts. III, Aus der Hamann- und Herderperiode. 2, Karl Berens. In: Baltische Monatsschrift 31 (1884), 169-190 <hier Hinweis auf Kinder: 2 Söhne und 1 Tochter mit Ursula Schwartz und 1 Sohn und 1 Tochter mit Dorothea Schwartz>" und "Erhard Kongsbak (gedbas, Februar 2013)". - "Ich komme jetzt auf meinen zweiten Bruder, Aeltesten der großen Gilde, Carl Berens, welcher der Jüngeren zweiter wohlthätiger Vater, und aller guten Sachen wo sie auch seyn mochten, im Stillen eifriger Beförderer war. In der Handlung vereinigte er den Geist unsers würdigen Großvaters [Hans Hinrich Berens], mit einem Zusatze von einem der größten und richtigsten Handlungs-Speculations-Talente; daher er auch allenthalben als einer der ersten, und, ich möchte wohl sagen, als der einzige wahre Großhändler seiner Zeit in Riga geschätzt, und auf seiner letzten Reise, die für seine eigene sowohl als seines geliebten Sohnes Gesundheit in das Ausland unternahm, allerwärts in Preußen, Frankreich, Deutschland, besonders aber in Holland, dafür anerkannt, und allenthalben mit einer herzlichen und achtungsvollen Aufnahme erfreut ward; auch hatte er wohl den stärksten Kredit im ganzen Auslande. Dieser sehr geliebte und für mich unvergeßliche Bruder war nacheinander verheurathet mit beiden Töchtern erster Ehe, unsers (...) Schwagers, Johann Heinrich Schwartz, (...). Mit wahren Grundsätzen des Handels seiner Voreltern, auch mit höchster Lust dazu, und mit jenem speculativischen Kopfe und dem edelsten Herzen setzte (...) Carl den großväterlichen sowohl, als väterlichen Großhandel, wozu besonders noch der russische Hanfhandel mit den Smolenskianern kam, in aller Art und in dem größten Umfange mit richtigem Verstande und festem Unternehmungsgeiste auch glücklich fort. Nach wenigen Jahren konnte er auch seinem edlen, wohlthuenden, pflichtgetreuen Herzen, bei jeder vorfallenden Gelegenheit, nicht allein hier, sondern auch allenthalben, wo die leidende Menschheit Unterstützung bedurfte, Genüge leisten. Wenn auch gleich einige Mißfälle während des Laufs seines so wichtigen Handels, mehr von äußeren, allgemeinen Umständen, als von Unvorsichtigkeit und weniger Aufmerksamkeit, oder auch unnützer Verschwendung, veranlaßt, ihn in einem Jahre, von einem sehr ansehnlichen wohlerworbenen Vermögen, bis aufs Geringste herunterbrachten, welches aber desto mehr seinen Muth erhob und seinen unerschütterlichen Kredit, besonders im Auslande, nicht schwächte, so endigte er doch als ein sehr wohlhabender Mann, der im Stillen, mit wohlthuender Wärme, sein Lieblingsfach, den Handel sowohl, als alles vorfallende Gute, bis zum Ende seiner edlen Wirksamkeit, fortsetzte. Er hinterließ nach seinem Tode das beste Andenken, nicht blos bei seinen nachgelassenen Lieben, sondern auch bei der ganzen jüngern HandelsWelt seines geliebten Riga's. Es sey mir also erlaubt, dem verklärten Geiste dieses unsers verehrungswürdigsten Bruders, auch hier unter den Sterblichen, ein Denkmahl durch Nachrichten von seinen so nachahmungswerthen Handlungen, die nur noch bei Wenigen allhier in geringem und dunkelem Andenken stehen, der strengsten Wahrheit gemäß, aufzustellen. (...) Nach (...) gewährten Schutz und Freiheit des Handels [durch die Declaration der 'bewaffneten Neutralität' im Seekrieg wegen der nordamerikanischen Kolonien zwischen England und Frankreich] zog sich der redlich patriotische Bürger, der die Vortheile des allgemeinen Handels seinem besondern Gewinne immer vorzog, den er stets gern dem ersteren opferte, in seinem schwächlichen herannahenden Alter, aus diesem seinem Lieblings-Würkungskreise heraus, und dachte nun an nichts, als an die gute Anwendung seines so redlich erworbenen, nicht geringen Handlungs-Gewinns, für die Seinigen nicht sowohl, als zum Besten eines jeden fleißig-Redlichen, und zur immer weiteren Aufnahme seines geliebten Riga's. (...) Nur noch wenige Jahre genoß er nun, aber im wahren Sinne die Wohlthätigkeit und Mäßigkeit, die süßen Früchte seines durch den sehr erweiterten mit Kenntniß und Ordnung betriebenen Handel Riga's, und durch den ihm stets vorschwebenden großväterlichen hohen Handels-Geist, so wohlerworbenen nicht geringen Vermögens, erst nach 30- bis 40-jährigen mannichfachen Leiden, Aufopferungen und harten Bemühungen. Durch allmäliges Schwinden seiner körperlichen Kräfte, entging uns dieser wahre gute Familien-Geist, seiner ewigen Bestimmung gemäß, im 63sten Jahre seines Alters, und tröstete noch im Sterben seine geliebten Geschwister, die ihn als zweiten Vater verehrten, mit folgenden Worten 'Wer weiß, meine Brüder, ob es nicht zur allgemeinen Verbesserung dienen möchte, wenn ein Haus, wie das unsrige, zu Grunde geht. Man wird dadurch zur Erkenntniß kommen, wie viel an ehrlichen Bürgern gelegen, und sich warnen lassen, es andern so schwer, als uns, zu machen.' Mögen doch diese, leider! durch traurige Erfüllung bestätigten Worte, von unserer neueren Handels-Welt beherziget, und so das Andenken dieses redlich-patriotischen Bürgers, in eifriger Nachfolge, zum Besten Riga's und seines so wohlthätigen Handels, wiederum aufs Zweckmäßigste erneuert werden! - Nach seinem Tode wurde seine liebevolle wohlthätige Verfügung in reichlicher Austheilung des Erbtheils seines verstorbenen geliebten Sohnes Arend, gegen 25000 Reichsthaler, an alle seine nachgelassenen Geschwister und ihre Kinder, wie auch an alle hiesige Kirchen, ohne Unterschied, an alle Schulen, Erziehungshäuser und wohlthätige Armenstiftungen bekannt gemacht, und sogleich in Erfüllung gesetzt; und so hinterließ sein verklärter Geist das nachahmungswürdigste Muster für seine Nachkommen, und für Riga's brave Bürger; welches Gott zum unauslöschlichen wohlthätigen Andenken segnen wolle! Seine noch unmündigen Kinder überließ er mit aller Zuversicht zur ferneren Erziehung seiner getreuen, frommen Schwester Catharina Berens, die, aus Liebe für ihre Brüder, ihrer Bestimmung als Gattin entsagte, und doch als hochverehrte zweite Mutter ihrer Brüder-Kinder ihre Pflichten in wahrer christlich-tugendhafter Erziehung derselben, getreu und eifrig ausübte; wovon sie auch noch im spätesten Alter von 79 Jahren, die süßesten Früchte der dankbarsten Verehrung von ihren geliebten Kindern und Kindeskindern, bis zu ihrem ruhigen und seligen Ende genoß." - Quelle: "Geschichte der (...) Familie Berens aus Rostock (...) von Reinhold Berens, Riga 1812". - Johann Gottfried Herders Aufenthalt in Riga: "Dass Herder im Herbst 1764 an die Domschule nach Riga berufen wurde, kam ihm wegen des drohenden Militärdienstes gelegen. Ein verheerender Brand inspirierte ihn kurz vor seiner Abreise zu dem Gedicht Ueber die Asche Königsberg. Ein Trauergesang. Bis 1769 war er in Riga als Collaborator tätig; später wurde er auch als Pfarradjunkt an zwei vorstädtischen Kirchen (Jesus- und Gertrudenkirche) angestellt, so dass er in der alten Hauptstadt Livlands, die sich damals noch republikanischer Selbständigkeit erfreute, einen wichtigen Wirkungskreis fand und bei der Verwaltung und der 'Ritterschaft' angesehen war. Die Kreise des städtischen Patriziats erschlossen sich ihm und vor allem durch das Haus des Ratsherrn Johann Christoph Berens und dessen Brüder Gustav, Carl und Georg, an das er durch Hamann empfohlen war, hatte er gute Freunde in den bürgerlichen Kaufmannskreisen gefunden. Im 'Rigaer Blatt' erschien 1764 seine erste umfangreichere Studie Ueber den Fleiß in mehreren gelehrten Sprachen, die bereits die für ihn typischen Vokabeln 'Nationalcharakter' und 'Genie' enthielt. Im Juni 1766 wurde er in Riga in der Loge 'Zum Schwert' in den Freimaurerbund aufgenommen. Nicht nur Herders 'Älteste Urkunde des Menschengeschlechts' zeigt Nachwirkungen hierauf. In seinem Logenbruder, dem Schriftsteller Rektor Johann Gotthelf Lindner, fand er für seinen zukünftigen Lebensweg eine Schlüsselfigur. Nun entstanden erste größere Werke, die sein Freund Johann Friedrich Hartknoch verlegte: Fragmente über die neuere deutsche Literatur (1766-1767), Über Thomas Abbts Schriften (1768) und 1769, anonym Kritische Wälder, oder Betrachtungen die Wissenschaft und Kunst des Schönen betreffend, die wichtigste dieser Studien. Dabei handelte es sich um eine Vertiefung und Erweiterung seiner Sprachphilosophie, die er auf den Satz Hamanns gründete, wonach 'die Poesie die Muttersprache des menschlichen Geschlechts' ist. Die literarischen Erzeugnisse aller Nationen sind, so Herder, durch den besonderen Genius der Volksart und Sprache bedingt. Hier prägte er auch den Begriff Zeitgeist." - Quelle: Wikipedia.

oo 25.11.1759 Riga
SCHWARTZ Ursula ev
† 05.1770
Eltern: Schwartz Johann Heinrich , N.N.

Quellen: "Baltisches Biographisches Lexikon digital", "Johann Christoph Berens: Silhouetten eines rigaschen Patriziergeschlechts. III, Aus der Hamann- und Herderperiode. 2, Karl Berens. In: Baltische Monatsschrift 31 (1884), 169-190 <hier Hinweis auf Kinder: 2 Söhne und 1 Tochter mit Ursula Schwartz>" und "Erhard Kongsbak (gedbas, Februar 2013)".


1. Berens Arend † 31.12.1781 Riga

Trauerschrift: Elegie, dem frühen Grabe des hofnunngsvollen Jünglings Arend Berens von sämtlichen Mitschülern der zwoten Ordnung der Stadtdomschule. Riga: Georg Friedrich Keil, 1782. (Bestattung 05.01.1782). - Quellen: "Handbuch des personalen Gelegenheitsschrifttums in europäischen Bibliotheken und Archiven / im Zusammenwirken mit der Forschungsstelle Literatur der Frühen Neuzeit ... der Universität Osnabrück hrsg. von Klaus Garber. [Abt. 3]: Riga, Akademische Bibliothek Lettlands, Historisches Staatsarchiv Lettlands, Spezialbibliothek des Archivwesens, Nationalbibliothek Lettlands, Baltische Zentrale Bibliothek. Teil 4, Gleichzeitig Bd. 15 des Gesamtwerkes. Hildesheim [u.a.] : Olms-Weidmann, 2004, S. 145 (0277)" und "Johann Christoph Berens: Silhouetten eines rigaschen Patriziergeschlechts. III, Aus der Hamann- und Herderperiode. 2, Karl Berens. In: Baltische Monatsschrift 31 (1884), 169-190 <hier Hinweis auf Arend Berens>".

2. Berens N.N.

Quelle: Johann Christoph Berens: Silhouetten eines rigaschen Patriziergeschlechts. III, Aus der Hamann- und Herderperiode. 2, Karl Berens. In: Baltische Monatsschrift 31 (1884), 169-190 <hier Hinweis auf Kinder>.

3. Berens N.N.

Quelle: Johann Christoph Berens: Silhouetten eines rigaschen Patriziergeschlechts. III, Aus der Hamann- und Herderperiode. 2, Karl Berens. In: Baltische Monatsschrift 31 (1884), 169-190 <hier Hinweis auf Kinder>.


oo 2 20.01.1771 Riga
SCHWARTZ Dorothea Elisabeth
† 02.06.1775 Riga
Eltern: Schwartz Johann Heinrich , N.N.

Dorothea Elisabeth ist eine Schwester von Carls erster Ehefrau Ursula Schwartz. - Quellen: "Baltisches Biographisches Lexikon digital", "Johann Christoph Berens: Silhouetten eines rigaschen Patriziergeschlechts. III, Aus der Hamann- und Herderperiode. 2, Karl Berens. In: Baltische Monatsschrift 31 (1884), 169-190 <hier Hinweis auf Kinder: 1 Sohn und 1 Tochter mit Dorothea Schwartz>" und "Erhard Kongsbak (gedbas, Februar 2013)".


4. Berens N.N.

Quelle: Johann Christoph Berens: Silhouetten eines rigaschen Patriziergeschlechts. III, Aus der Hamann- und Herderperiode. 2, Karl Berens. In: Baltische Monatsschrift 31 (1884), 169-190 <hier Hinweis auf Kinder>.

5. Berens N.N.

Quelle: Johann Christoph Berens: Silhouetten eines rigaschen Patriziergeschlechts. III, Aus der Hamann- und Herderperiode. 2, Karl Berens. In: Baltische Monatsschrift 31 (1884), 169-190 <hier Hinweis auf Kinder>.


3.7
BERENS Eva Maria ev < 2.4
* 12.10.1726 Riga
Eltern: Berens Arend , Boomgard Johanna Sophia

"Unsere älteste Schwester, Eva Maria, wurde noch zu Lebzeiten unserer Mutter mit dem biederen und äußerst braven Manne, Aeltesten Johann Heinrich Schwartz, vermählt, und obgleich er als Witwer von beinahe 60 Jahren, mit vier völlig erwachsenen Kindern, zu dieser zweiten Ehe schritt, so zeugte er doch in dieser so einträchtigen als glücklichen Ehe, noch acht Kinder; von einem, einer Tochter, stammt die Familie Dyrsen und ein Theil der Familie Grave her; eine andere Tochter, Catharina Schwartz, ist noch am Leben." - Quelle: Geschichte der (...) Familie Berens aus Rostock (...) von Reinhold Berens, Riga 1812. - Quelle (2. Heirat): Handbuch des personalen Gelegenheitsschrifttums in europäischen Bibliotheken und Archiven / im Zusammenwirken mit der Forschungsstelle Literatur der Frühen Neuzeit ... der Universität Osnabrück hrsg. von Klaus Garber. [Abt. 3]: Riga, Akademische Bibliothek Lettlands, Historisches Staatsarchiv Lettlands, Spezialbibliothek des Archivwesens, Nationalbibliothek Lettlands, Baltische Zentrale Bibliothek (...). Teil 4, Gleichzeitig Bd. 15 des Gesamtwerkes. Hildesheim [u.a.] : Olms-Weidmann, 2004, Nr. 3887 und 3888.

oo <.1754 Riga
SCHWARTZ Johann Heinrich ev Kaufmann, Ältester (Grosse Gilde Riga)
* um.1690 Narva

"Unsere älteste Schwester, Eva Maria, wurde noch zu Lebzeiten unserer Mutter mit dem biederen und äußerst braven Manne, Aeltesten Johann Heinrich Schwartz, vermählt, und obgleich er als Witwer von beinahe 60 Jahren, mit vier völlig erwachsenen Kindern, zu dieser zweiten Ehe schritt, so zeugte er doch in dieser so einträchtigen als glücklichen Ehe, noch acht Kinder; von einem, einer Tochter, stammt die Familie Dyrsen und ein Theil der Familie Grave her [ist dies ?: Johanna Sophia Schwartz, verwitwete Dyrssen, + 1800, oo Ludwig Grave, Kaufmann, Ältermann (Grosse Gilde Riga), + 1796. Sohn: Karl Ludwig Grave, * 02.07.1784 in Riga, + 04.01.1840 in Riga, Geistlicher. Vgl. Baltisches Biographisches Archiv digital]; eine andere Tochter, Catharina Schwartz, ist noch am Leben. Dieses war die erste Vereinigung mit der fast eben so alten als achtungswürdigen Familie Schwartz, die aus Narva herstammt, wo dieselbe nach der Eroberung dieser Stadt, mehrentheils in der russischen Gefangenschaft war, in welcher besonders dieser unser würdiger Schwager mit seinen Eltern zu Wokogda und Archangel seine frohen Jugend-Jahre zubrachte, auch die russische Sprache sehr wohl lernte, und große Liebe und Achtung für diese, damals noch unkultivirte, aber äußerst biedere Nation gewann, und jederzeit beibehielt. Dieselbe erste Verbindung bewürkte nachhero noch das stärkere Band zwischen diesen beiden alten Familien allhier, durch die Verheurathung unsers Bruders Carl, mit beiden Töchtern erster Ehe dieses unseres ältesten Schwagers [Johann Heinrich Schwartz]." - Quelle: Geschichte der (...) Familie Berens aus Rostock (..) von Reinhold Berens, Riga 1812.


1. Schwartz Catharina † . >.1812

Quelle: Geschichte der (...) Familie Berens aus Rostock (...) von Reinhold Berens, Riga 1812.


oo 2 23.03.1791 Riga
ZUCKERBECKER Thomas
Eltern: Zuckerbecker N.N. , Boomgard N.N.

Quellen: "Geschichte der (...) Familie Berens aus Rostock (..) von Reinhold Berens, Riga 1812", "Baltisches Biographisches Lexikon digital" und: "Handbuch des personalen Gelegenheitsschrifttums in europäischen Bibliotheken und Archiven / im Zusammenwirken mit der Forschungsstelle Literatur der Frühen Neuzeit ... der Universität Osnabrück hrsg. von Klaus Garber. [Abt. 3]: Riga, Akademische Bibliothek Lettlands, Historisches Staatsarchiv Lettlands, Spezialbibliothek des Archivwesens, Nationalbibliothek Lettlands, Baltische Zentrale Bibliothek (...). Teil 4, Gleichzeitig Bd. 15 des Gesamtwerkes. Hildesheim [u.a.] : Olms-Weidmann, 2004, Nr. 3887 und 3888 (2. Heirat)".


3.8
BERENS Johann Christoph 63Jhr 1Mo 1Wo ev Kaufmann, Ratsherr, Oberwettherr (Präsid. d. Handelsgerichts) < 2.4
* 07.10.1729 Riga † 19.11.1792 Riga
Eltern: Berens Arend , Boomgard Johanna Sophia

Verheiratet I St. Petersburg 29.11.1761 Catharina van Limburg; Heirat II Riga (Dom) 15.5.1774 Marie Elisabeth, geb. Wewel (v. Krüger), verwitwet. - Domschule in Riga. Studium der Juresprudenz 1748-51 in Königsberg und 1751-53 in Göttingen. Reise durch Deutschland, die Niederlande und Frankreich. Seit 1754 in Riga, dann Deputierter der Stadt in St. Petersburg. 1795 in Königsberg (bei Immanuel Kant). In Riga 1766 Sekretär der Ratskanzlei, dann Waisengerichtssekretär und 1771-86 Ratsherr, 1784 Oberwettherr. Mit Johann Georg Hamann (Philosoph und Schriftsteller, 1730-1788), Johann Friedrich Hartknoch (Buchhändler und Verleger in Riga, 1740-1789) und Johann Gottfried Herder (Dichter, Übersetzer, Theologe, Geschichts- und Kulturphilosoph, 1744-1803) befreundet. Regte in einer für seinen Bruder Carl Berens aufgesetzten Bittschrift während des Britisch-Nordamerikanischen Krieges Katharina II. zur Einführung einer bewaffneten Neutralität an. Veröffentlichte verschiedene Aufsätze und "Bonhomien, Geschrieben bey Eröffnung der neuerbauten Stadtbibliothek" (Mitau 1792). - Quellen: "Baltisches Biographisches Lexikon digital" und "Erhard Kongsbak (gedbas, Februar 2013)". - "In den schönsten Gefühlen für Wahrheit und alle beglückenden Bürgertugenden, verbunden mit patriotisch-warmer Liebe für seine ihm so werthe Vaterstadt und seine braven Vorfahren, zeigt sich jetzt mein dritter Bruder Johann Christoph Berens, als ehemaliges gelehrtes Mitglied unsers so würdigen alten Magistrats, der bis zu seinem ehrenvollen Abgange, im Jahre 1787, die Würde eines Ober-Wettherrn mit aller Achtung bekleidete. Menschen- und Völkerkenntniß hatte er im Auslande durch Belehrung und Umgang mit den kenntnißvollsten und herzlichsten Männern jener Zeit, einem Kant, Hamann, Pütter, Achenwal, Zimmermann, etc. auf seine Zartgefühle von hoher Rechtlichkeit, und alle bürgerlichen Tugenden geimpft, und so trat er in den bestimmten Würkungskreis für seine geliebte Vaterstadt mit andern gleichgesinnten Freunden und braven Mitarbeitern, zu frohen Lebensgenüssen, und treu zu erfüllenden Pflichten, muthig ein. Man erkannte bald in ihm den, mit schönen Kenntnissen in Wissenschaften, Künsten und nützlichen Sprachen, wie auch mit ächter Vaterlandsliebe, veredelten geschmackvollen Mann; daher er gleich anfänglich zum Besten seiner lieben Vaterstadt, nach der Residenz St. Petersburg, noch unter der glorreichen Regierung der Kaiserin Elisabeth geschickt, und als Deputirter der Stadt daselbst angestellet wurde. Dort wußte er sich bei Hohen und Geringen Achtung und Liebe bald zu erwerben, und benutzte selbige hauptsächlich zur besten Ausführung der ihm aufgetragenen Geschäfte, so daß er auch allhier, nach seiner ehrenvollen Zurückkunft, großer Liebe und Schätzung von seinen Vorgesetzten sowohl, als auch von seinen übrigen guten Mitbürgern, sich mit aller Zufriedenheit erfreuen konnte. Doch war der Handel im Allgemeinen, und dessen Betreiber, oder die Kaufmannschaft, seine Lieblings-Beschäfftigung und Zerstreuung, so wie er auch in deren frohem Kreise, mit seinem einnehmenden Wesen und gutmüthig-freundlichen Character, sich seine sehr liebenswürdige erste Gattin, aus dem damals berühmten und schätzungswerthen holländischen Handlungshause Abraham van Limburg, in der ältesten Tochter, Catharina, erwarb, und schon mit zwei liebenswürdigen Kindern, zu ferneren Diensten bereit, in seinem geliebten Riga, zur wahren Freude der ganzen Familie, wiederum eintraf. Nun gab man ihm zuerst das Secretariat und die Aufsicht über das so wichtige Stadt-Archiv, wobei er richtige Kenntnisse in allen Stadt-Verhandlungen und Rechten älterer Zeiten, und auch manche nützliche Materialien, zu seinen nachherigen, so bekannten als geschätzten, Schriften, sammlete, und sich zu eigen machte. Nach dieser gewöhnlichen Vorbereitung im Kanzlei-Dienste wurde er bald zum Mitglied des Magistrats-Standes erwählt, und so kam er nun in den eigentlichen wahren Würkungskreis für des Vaterlands und der Stadt Bestes, des so ehrwürdigen damaligen, mit lauter rechtlich-patriotisch-gesinnten Männern besetzten, Magistrats; als, mit dem ältern und jüngern Schwartz, dem ältern und jüngern von Vegesack, Stoever, Poorten, Hollander, Wiedau, Schick, Gottfried Berens, von Ulrichen, Bulmerincq, Hast, Barber, Klatzo, Gothann, Berens von Rautenfeld, Gerngroß, von Wiecken etc., Männer, deren Andenken einem jeden rechtlichen und gutdenkenden Bürger Riga's immer verehrungswerth bleiben wird. Aber in seinem engeren und vertrauteren Freundschafts- und Gesellschafts-Kreise neigte er sich besonders zu dem an Kopf und Herz so ehrwürdigen Schwartz, Schick, von Wiecken, von Zimmermann, von Budberg, und zu dem nachherigen, aufgeklärten und humandenkenden, so hier als auswärts, berühmten Gelehrten, J. G. Herder. In diesem ausgewählten Kreise, im Umgange mit den lichtvollsten Büchern für den menschlichen Verstand und für das Herz, schärfte er seinen denkenden Kopf in allem, was Kunst und Wissenschaft schön und gut heißt, und genoß geschmackvolle Befriedigungen und Aufmunterungen seines so gutmüthigen Herzens. Nichts war ihm erfreulicher und aufmunternder, als wenn er sahe, wie sich unser, an reichhaltigen Quellen des Alles belebenden Handels-Verkehrs, so freundliches Riga, unter einer glücklichst-wohlthätigen Regierung, allmählig zum höchsten Flor, zu einer der wichtigsten Seehandels-Städte, emporhob, und wie solche durch wahren Wohlstand und Edelmuth innerlich, und auch äußerlich für ganz Europa merkwürdig und schätzbar wurde (...) Der Schluß der guthmüthigen und Allen wohlthuenden Ausflüsse aus seiner menschenfreundlichen edlen Sele waren seine, ach! nie zu vergessenden Bonhommien, ein reicher Schatz aller beglückenden Bürgertugenden, und der kräftigste Bürger-Katechismus oder Stadt-Moral, für seine jetzt so blühende Vaterstadt, der er damit gleichsam sein Herz vermacht hat, und wobei er die edle Absicht hatte, bei manchen unserer guten Bürger der Gleichgültigkeit entgegen zu würken, womit man sich allen öffentlichen Geschäfften zu entziehen anfing, auf gleichviel welchen Wegen, und immer damit sich entschuldigte: Es hätte doch jetzt Alles aufgehört, die vorigen Zeiten des Patriotismus seyn nicht mehr, und was denn so der Zeitgeist spricht. Hier wollte er zeigen, wie der gutdenkende Bürger mit aller Ergebenheit und Treue, sich an die neue Stadtordnung anschließen, und in seinen treuen Bürger-Pflichten mit Liebe und Dankbarkeit sich jederzeit beglücken könne. So schrieb ein Freund von ihm in den Briefen zur Beförderung der Humanität, J. G. Herder, der die lesenswürdigsten Auszüge mit der herzlichsten Theilnahme an dem Verfasser sowohl, als an seiner Stadt, und an mehreren darin bemerkten würdigen Personen, aus obigen Bonhommien angeführt. Empfindlich ward auch ich, bei jener für ihn so passenden Inschrift alten Gehalts, die Kleist seinem Freunde setzte, gerührt, daß ich mich nicht enthalten kann, selbige, am Schlusse dieser Erinnerungen an ihn, hier wiederum abdrucken zu lassen: 'Witz, Einsicht, Wissenschaft, Geschmack, Bescheidenheit, Und Menschenlieb' und Redlichkeit, Des Bürgers Tugenden, des feinsten Mannes Gaben, Besaß Er, den man hier begraben. Er lebte seiner Stadt; er starb mit stillem Muth. Ihr Winde, wehet sanft, wo seine Asche ruht. Lebe wohl, geliebte, gutmüthige Seele!' Nach völliger Vollendung seines Bürgerschatzes, der Bonhommien, starb er kurz darauf im Jahr 1792 im October, und überließ selbigen seinem einzigen noch lebenden Sohne, Abraham, zur ferneren Ausbreitung derselben und zur steten Benutzung seiner Selbst und aller seiner gutgesinnten geliebten Mitbürger." - Quelle: Geschichte der (...) Familie Berens aus Rostock (...) von Reinhold Berens, Riga 1812. - "Bekannt wurde Johann Christoph Berens in der deutschen Literaturgeschichte durch seine Freundschaften mit Johann Georg Hamann und Johann Gottfried Herder sowie als Gründer des Berensschen Kreises, der in Riga die Aufklärung förderte. Er war Mitherausgeber der Wochenzeitschrift Daphne. In Riga besuchte er wie sein Bruder Reinhold zunächst die Domschule. Er studierte von 1748 bis 1751 an der Königlichen Albertus-Universität Königsberg Rechtswissenschaften. In seiner Studentenzeit lernte er auch Immanuel Kant kennen. Zwei Jahre zuvor hatte sich bereits Hamann an der Königsberger Albertina eingeschrieben. Im April 1751 wechselte Johann Christoph Berens an die Georg-August-Universität Göttingen. Nach seinem Studium reiste er durch Deutschland, die Niederlande und Frankreich. Er knüpfte Kontakte zu den literarischen Größen seiner Zeit. Nach seiner Rückkehr 1754 gründete er in Riga gemeinsam mit seinen Brüdern den sogenannten Berensschen Kreis. Es handelte sich dabei um einen engen Kreis von Intellektuellen, der durch Gelehrte aus Königsberg erweitert wurde. Berens widmete sich damit zugleich der örtlichen Kulturpolitik. Diesem der Aufklärung verpflichteten Kreis gehörten neben anderen Johann Christoph Schwartz, Johann Gotthelf Lindner, Gottlieb Schlegel und Johann Friedrich Hartknoch an. Berens kannte Hamann und Lindner aus Königsberg. Hamann war in Königsberg Herders Englischlehrer gewesen, der seinerseits ein Jugendfreund Hartknochs war. Berens war gemeinsam mit Lindner, Hamann und anderen Mitherausgeber der Wochenzeitschrift Daphne gewesen, die von 1749 bis 1750 bei Martin Eberhard Dorn in Königsberg erschienen und als anonyme Gemeinschaftsarbeit herausgegeben worden war. Die Autoren und Herausgeber hatten sich schon damals als lokale Aufklärer verstanden und überwiegend von französischem Geist und Geschmack leiten lassen. Die Zeitschrift spiegelt das geistige Leben der Hauptstadt Ostpreußens vor dem Auftreten Kants und Hamanns wider. Johann Georg Hamanns erste größere Veröffentlichung war die Übersetzung einer handelspolitischen Schrift. Er wurde darauf 1756 beim Handelshaus Berens in Riga eingestellt, das ihn 1757 nach London schickte, wo Hamann beruflich und persönlich scheiterte. Nach Hamanns christlichem Erweckungserlebnis und seiner Kritik der Aufklärung kam es zu Spannungen mit dem Berensschen Kreis, der ihn nun für einen bürgerlich unbrauchbaren christlichen Schwärmer hielt. Berens versuchte, seinen alten Freund und Mitarbeiter für die Gedanken der Aufklärung zurückzugewinnen. Kant sollte dabei helfen und vermitteln, er war aber nicht erfolgreich. Im Zusammenhang dieser Meinungsverschiedenheiten scheiterte 1758 auch Hamanns Werben um die Schwester Catharina Berens und es entstanden die Sokratischen Denkwürdigkeiten als Rechtfertigungsschrift gegen Berens und Kant. Johann Christoph Berens war in erster Ehe mit Catharina van Limburg verheiratet, der ältesten Tochter eines holländischen Handelshauses. Neben dem kaufmännischen Wirken in seinem Unternehmen widmete sich Berens auch öffentlichen Ämtern in Riga als Deputierter der Stadt für die Residenz Sankt Petersburg, als Ratsschreiber, Aufseher des Stadtarchivs, seit 1771 als Mitglied des Magistrats und zuletzt als Oberwettherr. Damit stand er dem örtlichen Handelsgericht als Präsident vor. 1786 zog er sich bei geschwächter Gesundheit in das Privatleben zurück, nachdem die alte Verfassung Rigas der allgemein-russischen 'Stadtordnung' weichen musste. Er starb im November 1792, sein einziger noch lebender Sohn Abraham führte sein Werk fort. Zu seinen Ehren wurde an der Stadtbibliothek zu Riga seine Büste aufgestellt. Johann Christoph Berens Schriften behandeln meist Angelegenheiten Rigas. Ein Werkverzeichnis bietet das Allgemeine Schriftsteller- und Gelehrten-Lexikon der Provinzen Livland, Esthland und Kurland von Johann Friedrich von Recke aus dem Jahr 1828. Berens hinterließ mehrere Aufsätze über den Handel Rigas sowie über städtische Einrichtungen und Entwicklungen. 1783 erschien 'Riga, die bestätigte Municipal-Verfassung'". - Quelle: Wikipedia.

oo 29.11.1761 St. Petersburg
LIMBURG Catharina van ev
† 05.10.1772 Riga

Quelle: Erik-Amburger-Datenbank <dort Name Katharina Limberg u. Todesdatum> (Ausländer im vorrevolutionären Russland, Internet, März 2013)


oo 2 15.05.1774 Riga
WEVEL Maria Elisabeth ev

Quellen: "Baltisches Biographisches Lexikon digital" und "Erhard Kongsbak (gedbas, Februar 2013)".


3.9
BERENS Georg ev Kaufmann < 2.4
* 28.05.1739 Riga † 1813 Riga
Eltern: Berens Arend , Boomgard Johanna Sophia

Georg Berens, der sich "des erheiternden Frohsinns eines gutmüthigen, edlen Herzens erfreute", war Gehilfe im Handelshaus seines älteren Bruders Carl Berens. - Quelle: Geschichte der (...) Familie Berens aus Rostock (...) von Reinhold Berens, Riga 1812. - Quelle (Heirat): Handbuch des personalen Gelegenheitsschrifttums in europäischen Bibliotheken und Archiven / im Zusammenwirken mit der Forschungsstelle Literatur der Frühen Neuzeit ... der Universität Osnabrück hrsg. von Klaus Garber. [Abt. 3]: Riga, Akademische Bibliothek Lettlands, Historisches Staatsarchiv Lettlands, Spezialbibliothek des Archivwesens, Nationalbibliothek Lettlands, Baltische Zentrale Bibliothek (...). Teil 4, Gleichzeitig Bd. 15 des Gesamtwerkes. Hildesheim [u.a.] : Olms-Weidmann, 2004, Nr. 2425.

oo 16.02.1787 Riga
GOUVINIUS Anna Helena

Quelle (Heirat): Handbuch des personalen Gelegenheitsschrifttums in europäischen Bibliotheken und Archiven / im Zusammenwirken mit der Forschungsstelle Literatur der Frühen Neuzeit ... der Universität Osnabrück hrsg. von Klaus Garber. [Abt. 3]: Riga, Akademische Bibliothek Lettlands, Historisches Staatsarchiv Lettlands, Spezialbibliothek des Archivwesens, Nationalbibliothek Lettlands, Baltische Zentrale Bibliothek (...). Teil 4, Gleichzeitig Bd. 15 des Gesamtwerkes. Hildesheim [u.a.] : Olms-Weidmann, 2004, Nr. 2425.


3.10
BERENS Adam Heinrich 45Jhr ev Major (a.D. 1775), Fabrikbesitzer < 2.4
* 06.07.1742 Riga † 1786 Moskau
Eltern: Berens Arend , Boomgard Johanna Sophia

"Der vorletzte Bruder, mit dem ich [Reinhold Berens] von Jugend auf und bis an seinen Tod in steter vertrauter Verbindung stand, hieß Adam Heinrich [russ.: Ivanovic]. Nach dem Tode unserer guten Mutter, da der Nachlaß getheilt und für die jüngsten Unmündigen gesorgt werden mußte, kam er zu unserm Schwager Gottfried Berens. In den Klassen des damaligen Lyceums waren wir einige Jahre sehr brüderlich beisammen, aber nur bis zur zweiten Klasse konnte er dem Trieb zum Militair widerstehen, und so übergab er sich im 15ten Jahre seines Alters dem Soldatenstande, im Jahr 1758, noch während des preußischen Krieges unter der Kaiserin Elisabeth. Er ging sogleich zu unserer Armee in Preußen ab, und diente den ganzen Krieg über als braver Soldat und Unterofficier. Bei der letzten schweren Belagerung der Festung Colberg, in Preußisch-Pommern, die bis in den December 1761 dauerte, und an unsern würdigen General, Grafen Rumanzow, sich ergeben mußte, traf es sich, daß dieser mein Bruder als Ordonnanz zu dem Grafen kam. Dieser erkundigte sich nach seiner Familie, und als er hörte, daß er ein Berens und Bruder der ihm wohlbekannten Arend und Carl Berens war, und seine schweren Dienstjahre als Unteroffizier im Kriege treu und brav ausgehalten hatte, gratulirte er ihm auf der Stelle zur ersten Stufe des Oberoffizier-Standes. Nach dem ersehnten Frieden mit Preußen zogen sich unsere braven Truppen allmälig wiederum zurück bis ins Innere Rußlands, und so kam auch dieser Bruder als bewährter junger Mann, unter der Brigade des wackeren General-Majors von Springer [Sibirisches Korps], der ihn bald darauf zu seinem General-Adjutanten machte, etwa im Jahr 1763, in unsere offenen Arme. (...) Mein Bruder, der sich schon in seiner Liebe festgesetzt hatte, wurde zu seinem General-Adjutanten beibehalten, und so stieg er fast in einem Jahre bis zum Capitains-Range. In diesem Stande folgte er, etwa in den Jahren von 1764 und 1765, seinem ihm so wohlwollenden General, mit vielen andern zum erweiterten Etat gehörigen, sehr würdigen Personen, als dem Obristen de Comeings, Commendanten der dasigen Hauptfestung Omsk, nach Sibirien an der südlichsten Grenz-Linie des großen Irtisch-Flusses. (...) Auf dieser Revidirungs-Reise begleitete mein Bruder, als General-Adjutant, seinen General, unterstützte ihn mit allem Eifer, sammelte auch für sich selbst genaue Kenntnisse über die herrlichen Anlagen und die reichen Quellen Sibiriens. (...) Der Bruder aber brachte sein Commando mit Ruhm und ohne allen Verlust wiederum glücklich nach der Linie zurück, reiste wieder aufs geschwindeste nach St. Petersburg, und stattete zur größten Freude seines Generals den gehörigen Bericht davon ab. Er mußte hierauf der Monarchin selbst mündlichen Bericht abstatten; welches sie nicht allein mit Allerhöchstem Wohlgefallen aufnahm, sondern ihn auch darauf mit dem Majors-Avancement außer der Tour begnadigte. In dieser Zeit verband sich dieser Bruder mit dem Fräulein Catharina Rauschert, der einzigen Tochter der verwitweten Etats-Räthin von Rauschert, die in ihrem Witwenstande viele Jahre bei ihrer alten Freundin van Limburg in St. Petersburg zugebracht hatte, und stets in der guten Hoffnung lebte, durch einen braven Schwiegersohn ihr väterliches Vermögen wieder zu erhalten. Dieses bestand in den ersten Pulverwerken bei Moskau, die noch unter dem großen Kaiser Peter I. von einem gewissen Rittger aus Dänemark an dem Flüßchen Klesma zuerst angelegt und zur Vollkommenheit gebracht waren (...). Aber leider war durch Kriegs-Strapazen, öftere weite und geschwinde Reisen, wie auch durch seine jetzigen zu harten Anstrengungen, zum Besten seiner Fabriken, seine Brust sehr geschwächt, und verursachte ihm schon einen Blutauswurf, in welchem ich ihn antraf. Fast ein ganzes Jahr blieb ich [Reinhold Berens ] bei ihm auf diesem äußerst schönen Landsitz, unterstützte ihn zuerst als junger Arzt, und dann auch in allen seinen übrigen Geschäften und Anlagen zum Besten seiner Fabriken; erlernte dabei die russische Sprache, und machte mich besonders bei allen Einwohnern dieses schon ansehnlichen Fleckens, durch medizinischen Rath und Hülfe sehr beliebt, ja berühmt, durch wichtige, glückliche Kuren. Von weitem wurden Kranke und Nothleidende herbeigeführt, und mehrentheils mit möglichster Befriedigung wieder entlassen. (...) Während meines [Reinhold Berens] Aufenthalts in Sibirien, der durch stete, liebevolle Correspondenz nach Moskau noch mehr versüßet wurde, setzte der Bruder seine rastlosen Bemühungen zur Verbesserung seiner Fabriken dermaßen fort, daß er sich in Moskau den höchsten Credit für seine mit Fleiß und Redlichkeit producirten Waaren bei allen dasigen wichtigen Kaufleuten erwarb. Nach 6 Jahren, als ich zuerst auf Urlaub aus Sibirien kam, traf ich ihn gesegnet mit vielen lieben und gesunden Kindern; geehrt und geschätzt von Großen und Geringen, als den ersten livländischen Hausvater in Moskau, an. (...) Noch in demselben Jahre [1780] ging ich [Reinhold Behrens] mit meiner jungen Frau ihm nach, um vereint, in häuslich-brüderlicher Unterstützung, mit ihm dort zu leben. In dieser guten Absicht unternahmen wir, mit zwei andern dortigen Freunden, ein für uns ganz neues Geschäft, die Anlage einer Zuckerraffinerie, in Moskau selbst. (...) Indeß hatten Strapazen in früherer Zeit, und überhäufte Geschäfte der späteren; die Gesundheit meines Bruders zerrüttet, und er litt besonders an öfteren hartnäckigen Gichtzufällen, die am Ende des Jahres 1786 ihn sehr hart angriffen. Er meldete mir solches, und äußerte dabei den sehnlichsten Wunsch, mich [Reinhold Berens] wieder zu sehen; weil er sich schon schwach fühlte, und auf meine brüderliche Hülfe und Unterstützung baute. Ich flog sogleich zu ihm hin, traf ihn in dieser kränklichen und bekümmerten Lage, umgeben von vier äußerst lieben, aber noch Erziehung fordernden, unmündigen, Kindern. (...) er starb plötzlich am Stickfluß, noch in der besten Lebenszeit, im 46ten Jahre." - Quellen: "Geschichte der (...) Familie Berens aus Rostock (...) von Reinhold Berens, Riga 1812" und "Erik-Amburger-Datenbank (Ausländer im vorrevolutionären Russland, Internet März 2013)".

oo
RAUSCHERT Catharina (von)
†  <.1812
Eltern: Rauschert Joachim (von) , Rutgers Catharina

"(...) verband sich [Adam Heinrich Berens] mit dem Fräulein Catharina Rauschert, der einzigen Tochter der verwitweten Etats-Räthin von Rauschert, die in ihrem Witwenstande viele Jahre bei ihrer alten Freundin van Limburg in St. Petersburg zugebracht hatte. (...) Meiner [Reinhold Berens] Schwägerin [Catharina Berens, geb. Rauschert], die ihre vier ersten Kinder, mehrentheils Knaben, äußerst schmerzhaft verloren, rieth ich die natürliche Selbststillung an, welche sie bei den ersten Kindern versäumt hatte; und nachdem sie das erstemal, noch bei meinem Dortseyn, die größten Beschwerden und Schmerzen mit aller Standhaftigkeit überwunden, wurde sie mit den höchsten Mutterfreuden (...) gesegnet, in ihren nachherigen und noch lebenden, wohlgerathenen Kindern. (...) Seit [dem Tod von Adam Heinrich Berens] stehe ich [Reinhold Berens] nun in der genauesten Verbindung und steten Correspondenz mit diesem moskowischen Bruders-Hause, und nachdem auch nach dem Tode der Schwägerin Redderhoff [Nedderhoff, verwitwete Berens], meine Unterstützung für meine äußerst braven und dankbaren Neffen, die ihres so würdigen Vaters Andenken durch Redlichkeit, Betriebsamkeit und äußersten Fleiß wahrhaft ehren, und den Berensschen Namen daselbst in Ruhm und Achtung erhalten, noch immer nach möglichsten Kräften und mit dem bereitwilligsten Herzen fortwährt, so finde ich mich jetzt nach so vielen Sorgen und Kummer, durch diesen daselbst so glücklich etablirten Zweig unserer Familie aufs höchste belohnt. - Quellen: "Geschichte der (...) Familie Berens aus Rostock (...) von Reinhold Berens, Riga 1812" und "Erik-Amburger-Datenbank (Ausländer im vorrevolutionären Russland, Internet März 2013)".


1. Berens Peter Reinhold (Adamowitsch) (von) 47Jhr * . .1771 † 29.03.1818 > 4.5
2. Berens Heinrich Georg (von) 45Jhr * . .1775 † . .1820 > 4.6
3. Berens Johanna (von) 66Jhr * 12.10.1782 Obnohovo † 05.07.1848 St. Petersburg > 4.7


3.11
BERENS Reinhold (von) 78Jhr 8Mo 3Wo ev Arzt, Hofrat < 2.4
* 12.01.1745 Riga † 08.10.1823 Riga
Eltern: Berens Arend , Boomgard Johanna Sophia

* Riga 12.1.1745, + Riga 8.10.1823. Heirat in Riga 1780 mit Maria von Krüger. Domschule, 1756-61 Lyzeum und 1761-64 Domschule in Riga. Studium der Medizin 1766-68 am Collegium med.-chir. in Berlin und 1768-70 in Göttingen, 1770 Promotion zum Dr. med. 1771 in St. Petersburg Zulassung zur Praxis in Rußland. Zeitweilig in Moskau beim Bruder Adam Heinrich Berens (russischer Major a.D. und Fabrikbesitzer), 1773-75 Arzt und 1775-80 Oberarzt des Sibirischen Korps in Omsk. Hofrat. 1780-84 beim Bruder in Moskau, Mitgründer der 1. Zuckersiederei. Lebte seit 1784 a.D. in Riga. Besitzer einer bedeutenden botanischen und mineralogischen Sammlung. 1774 Ehrenmitglied der Berliner Gesellschaft Naturforschender Freunde. - Verfasser der "Geschichte der seit hundert und funfzig Jahren in Riga einheimischen Familie Berens aus Rostock, nebst Beiträgen zur neuesten Geschichte der Stadt Riga, von Reinhold Berens, der Medicin Doctor, Russisch-Kaiserl. Hofrath und rig. namhaftem Bürger. Riga 1812. Gedruckt und in Kommission bei Julius Conrad Daniel Müller" (digital bei wikisource.org). - Quellen: "Baltisches Biographisches Lexikon digital" und "Erhard Kongsbak (gedbas, Februar 2013)". - "Bei meinem würdigen und nie zu vergessenden Schwager [Johann Heinrich Schwartz], als zu dem ich [Reinhold Behrens] nach unserer Mutter Tode [1754] ins Haus kam, brachte ich meine ersten Jugend- und besonders Schul-Jahre auf die nützlichste und froheste Weise zu, unter den biedersten und geschmackvollsten Männern, als dem damaligen Physicus, Doctor Luther, Secretair Johann Christoph Schwartz, dem nachmaligen würdigsten Mitglied und verehrungswürdigen Nestor des alten Magistrats, wie auch meinen ältesten Brüdern [Arend und Carl Berens] und meinem zweiten Schwager Gottfried Berens. Hier wurde auch die Neigung und Achtung für die getreue und wackere russische Nation zuerst bei mir [Reinhold Berens] erweckt, so daß ich schon in dem damaligen Kriege mit Preußen, unter der Kaiserin Elisabeth, an allen großen Eigenschaften dieser unserer Landesleute, und besonders an der großen Treue und Tapferkeit unserer braven Truppen bewundernden Antheil nahm, und so die ersten Neuigkeiten, wo ich sie nur erhalten konnte, von jenen großen Siegen über die gleich braven Preußen meinen russischen Schwager mit größter Freude überbrachte. Auch unterstützte ich diesen meinen verehrungswürdigen und sehr geliebten Schwager [Johann Heinrich Schwartz] in seinen Handlungs-Geschäften, wie auch meine gute Schwester [Eva Maria] und zweite Mutter in ihrer nicht geringen Hauswirtschaft nach meinen Kräften, unbeschadet meines Vorsatzes zu studiren. Im Jahr 1764 begab ich [Reinhold] mich, von seinem und seiner guten Freunde biederem Beispiel begleitet, nach Deutschland, um dort mit allem möglichen Fleiße Kenntnisse in den beglückenden Wissenschaften zu erringen. (...) Ueber Berlin nach der Universität Leipzig zu gehen, um dort dem Studio der Theologie mich zu widmen, war mein Vorsatz. Als ich aber meinen besten Schulfreund, Herrn von Güldenstädt, wieder fand, der schon ein Jahr vor mir, in Berlin, dem Studio der Medizin sich gewidmet, und schon starke Fortschritte in selbigem, auch die beste Bekanntschaft mit dasigen vortreflichen Männern dieser Wissenschaft gemacht hatte; so entschloß ich mich, mit seiner freundschaftlichen Unterstützung, dasselbe Studium der Medizin sogleich zu ergreifen, und ihm mit allem Eifer obzuliegen. (...) Jedoch war am Anziehendsten für mich das Fach aller physikalischen Wissenschaften und der Naturlehre, besonders aber der Botanik oder Kräuterlehre, und der Mineralogie. (...) Ich vollendete nun auch meine Studia im Praktischen der Medizin, und wurde in Göttingen promovirt zum Doctor der Medizin vom damaligen Senior der Fakultät, dem ehrwürdigen Richter, im Sommer 1770, wozu unser väterlicher Bruder Carl, nachdem mein väterliches Vermögen von 2000 Richsthaler Alberts, dem sechsjährigen Studiren aufgeopfert worden war, die brüderlichste Unterstützung mir darreichte. (...) Ich verließ am Ende des 1771sten Jahres Riga, und ging mit Rath und Hülfe meiner lieben Brüder Carl und J. Christoph nach Rußland, wo ich zuerst in St. Petersburg mich in meinen erworbenen medicinischen Kenntnissen gehörig examiniren ließ. In dieser neuen Wunderstadt des hohen Nordens, die Peter, Elisabeth, Catharina II, Paul I, und Alexander I, mit Riesenkräften in so kurzer Zeit, den alten und neueren berühmten Städten Europens gleich gemacht, oder diese wohl gar noch übertroffen, und mit der ganzen Welt in ruhm- und achtungsvolle Verbindung gesetzt haben, traf ich den verehrungswürdigen Johann Christoph Schwartz, als Deputirten der Stadt Riga, bei der so wichtigen Gesetz-Kommission, nebst andern würdigen Verwandten und Freunden, als die Gebrüder Strahlborn, Arps etc., die meiner Liebe, ja meinem Enthusiasmus für die neuere Reußen-Welt, eine erneuerte und die festeste Richtung gaben, wiederum an. Daher lehnte ich alle Vorschläge zu großen Reisen ins Ausland als Begleitungs-Arzt ab, und reiste lieber im folgenden Jahre zu meinen andern guten Brüdern nach Moskau, um dort vielleicht als praktischer Arzt einige Jahre zu verbleiben. (...) [Dann] trieb mich meine überwiegende Neigung, für die möglichst zu erringenden Naturkenntnisse, nach dem hierin so reichen Sibirien. Meine Reise dorthin ging über die, unter Catharina II. so schön erneuerte, tartarische Königsstadt Casan, unweit des für ganz Rußland so wichtigen Stromes der hochberühmten Wolga. Dieser Hauptsitz der ehemaligen tartarischen Beherrscher, oder ihrer chinesischen Hofeshaltung, die für das angrenzende damalige Rußland, an 200 Jahre, so drückend als erniedrigend war, zeigte sich jetzt unter der geschmackvollen Erneuerung ihres prachtvollen Reiches als die dritte Haupt- und Königsstadt, prangend mit den schönsten steinernen Pallästen und andern ansehnlichen Gebäuden. (...) Von der ersten Hauptfestung Petri Pauli am Ischim-Fluß hatte ich noch an 300 Werst längs dieser Linie bis zur endlichen Hauptfestung Omsk, am größeren Irtisch und kleineren Om-Fluß gelegen, zu machen, und so kam ich, in der Mitte des Märzes 1773, in dieser meiner Station bei dem General-Kommandeur der sibirischen Linie, General-Lieutenant und Ritter de Cologne, gesund und glücklich an. (...) Dieses so weitläuftige medikalische Kommando hatte alle Medicinalien für die verschiedenen Lazarethe, und ihre Chirurgen, aus der Tobolskischen Haupt-Apotheke, durch meine Besorgung alljährlich, zu erhalten, und auch die Besichtigung von dem Verhalten und Zustand derselben mußte durch mich, oder den Stabs-Chirurgus, dessen Posten noch nicht besetzt war, berichtiget werden. (...) Nach Abgang des General-Kommandeurs der sibirischen Linie und des dortigen Korps, de Cologne, und nachdem eine Staabs-Chirurgus, Namens Christ, von Astrachan hieher versetzt wurde, reiste ich nach sechsjährigen dasigen Diensten, im Jahre 1778, auf Urlaub in Familien-Angelegenheiten über Moskau und Petersburg nach Riga, und nachdem ich meine Geschäfte allhier beendigt, machte ich noch in demselben Jahre die Tour nach Omsk wieder zurück, wo ich noch bis 1780 verweilte, um meine völlige Entlassung vom sibirischen Korps mit gesetzlicher Erhöhung meines Charakters, von dort aus zu erhalten, und so kam ich glücklich im März-Monat 1780 in unser liebes Riga wiederum zurück. Meine würkliche Verheirathung wurde nun sogleich veranstaltet, und im August desselben 1780sten Jahres reiste ich über Petersburg nach Moskau, um dort in Vereinigung mit meinen dasigen geliebten Bruder einige Zeit zuzubringen. (...) Was nun in diesem brüderlichen Verein dort unternommen und bewürket worden [die Weiterführung einer Pulverfabrik und die Einrichtung einer Papierfabrik und einer Zuckersiederei], ist schon in der Geschichte meines Bruders Adam Heinrich angeführt, und die gänzliche Zurückkunft meiner Familie im Sommer 1784, fixirte mich nun häuslich zum treuen eifrigpatriotischen Bürger in meiner so lieben Vaterstadt Riga. (...) Mit allen diesen Rückerinnerungen der pflichtgetreuen und patriotischen Handlungen der Berensschen Familie allhier, seit hundert Jahren der für Livland so glücklich wohlthätigen Russisch-Kaiserlichen Regierung habe ich mich gedrungen gefühlt (...) auch meinen wohlgemeinten Beitrag zu der ersten herzerhebenden Jubileums-Feier der hundertjährigen beglückenden russischen Regierung pflichtgemäß noch anzuknüpfen und hiemit zur Nachahmung der edlen guten Handlungen unserer guten Vorfahren meine geliebten Mitbürger, und besonders unsere junge leichtdenkende Welt, aufzumuntern und anzufeuern. Ich spreche als Greis und aus langer Erfahrung, daß ich bei treuer Erfüllung meiner Pflicht nie den frohen und reichen Muth, wenn ich anders gesund war, verloren habe, so daß ich in allen Zeitumständen noch andere sich quälende und Muthlose hiemit unterstützen und aufrichten konnte. (...) In meinem hohen Alter mußte ich kürzlich noch an dem Grabe einer geliebten Tochter weinen; aber auch dieser schmerzliche Verlust konnte meinen Muth nicht erschüttern." - Quelle: Geschichte der (...) Familie Berens aus Rostock (...) von Reinhold Berens, Riga 1812.

oo 1780 Riga
KRÜGER Maria von ev
†  >.1812

Quelle: Geschichte der (...) Familie Berens aus Rostock (...) von Reinhold Berens, Riga 1812.


1. Berens N.N. * . >.1780 > 4.8

Generation 4


4.1 DEPKIN Anna Elisabeth ev < 3.1
* 19.06.1712 † 11.06.1784
Eltern: Depkin Bartholomäus , Dreyling Elisabeth von

Quelle: Erhard Kongsbak (gedbas, Februar 2013).

oo
BERGMANN Balthasar ev Pastor
* 07.12.1703 Riga † 11.06.1784

Quelle: Erhard Kongsbak (gedbas, Februar 2013).


1. Bergmann Sophia Catharina * 28.11.1741 Neuermühlen † 03.03.1829 Neuermühlen > 5.1


4.2
WIEDAU Anna Catharina von ev < 3.2
Eltern: Wiedau Melchior von , Martini Catharina

Quelle: Geschichte der (...) Familie Berens aus Rostock (...) von Reinhold Berens, Riga 1812.

oo
ANDREÄ Georg Christoph ev

Quelle: Geschichte der (...) Familie Berens aus Rostock (...) von Reinhold Berens, Riga 1812.


1. Andreä Catharine > 5.2


4.3
BERENS Melchior Gottfried (von) Offizier (Capitain) < 3.4
* 1764 † 1796
Eltern: Berens Gottfried , Berens Johanna Sophia

Kapitän der Kavallerie des Kasanschen Regiments. Seit 1786 geadelt, beim Militär 1792 zum "Capitain" befördert, lebte auf Gut Vegesacksholm und wurde 1797 nach seinem Tod mit seiner Deszendenz in die Livländische Adelsmatrikel unter Nr. 238 eingetragen. - Quelle: Günter Kruse: Gibt es eine genealogische Verbindung von Lenin zur russischen Familie Tschaikowsky? Über die Sippe(n) Berens in Lübeck, Riga und Rußland. In: Zeitschrift für Ostdeutsche Familiengeschichte 58 (2010), H. 1, S. 2-20.

oo
SZOEGE VON MANTEUFFEL Sophie Wilhelmine
* 1768 † 1834

Das altlivländisches Geschlecht der Zoege (Szoege) von Manteuffel ist urkundlich in Wierland (im heutigen Estland) seit 1325 nachgewiesen und hat sich im Baltikum und nach Rußland verbreitet. - Quelle: Günter Kruse: Gibt es eine genealogische Verbindung von Lenin zur russischen Familie Tschaikowsky? Über die Sippe(n) Berens in Lübeck, Riga und Rußland. In: Zeitschrift für Ostdeutsche Familiengeschichte 58 (2010), H. 1, S. 2-20.


4.4
BERENS Johanna Sophia ev < 3.5
* 1750 Riga † 1806
Eltern: Berens Arend , Zuckerbecker Eva Maria

"(...) die dritte Verbindung mit der Schwartzischen Familie entstand durch die älteste Tochter unsers ältesten Bruders Arend, welche den ältesten Sohn des ehemaligen Aeltermanns, Johann George Schwartz, würdigsten Andenkens, genannt Adam Heinrich Schwartz, heurathete, den neuerlichen und würdigsten ersten Bürgemeister." - Quelle: Geschichte der (...) Familie Berens aus Rostock (...) von Reinhold Berens, Riga 1812.

oo 11.11.1768 Riga
SCHWARTZ Adam Heinrich 60Jhr 4Mo 2Wo ev Bürgermeister in Riga
* 04.03.1740 Riga † 20.07.1800 Riga
Eltern: Schwartz Johann George , Fischer Anna Regina von

"Vater: Johann George Schwartz; M.: Anna Regina, geb. von Fischer; oo Riga 11.11.1768 Johanna Sophia Berens. 1754-59 Domschule in Riga. Studium der Juresprudenz 1759-62 in Königsberg (auch bei Immanuel Kant) und 1762-63 in Göttingen. Bereiste Frankreich, Flandern, Holland und Deutschland. In Riga 1764 Auskultant der Ratskanzlei, 1765 Notarius publ. und Notär des Polizei- und des Domkirchengerichts, 1773 Sekretär des Wett- und 1782 des Vogteigerichts, 1784 Ratsherr, Vizesyndikus, 1785-96 Pristav (Vorsteher) in bürgerlichen Rechtssachen beim Polizeiamt, 1796 Ratsherr, 1797 wortführender Bürgermeister und Präsident des Stadtkonsistoriums. Seit 1792 Besitzer von Hagenshof bei Riga". - Quelle: Baltisches Biographisches Lexikon digital.


4.5
BERENS Peter Reinhold (Adamowitsch) (von) 47Jhr ev Oberstleutnant, Kreisadelsmarschall, Hofrat < 3.10
* 1771 † 29.03.1818
Eltern: Berens Adam Heinrich , Rauschert Catharina (von)

Deutschbalte, * 1771, + 29.03.1818, evang.-luth.; 1795 Semesnov. Regiment; Oberstleutnant Rjazan', Musk. Regiment; 1804-1807 Kreisadelsmarschall Bogorodich; Hofrat. - Quellen: "Erik-Amburger-Datenbank (Ausländer im vorrevolutionären Russland, Internet März 2013)", "Günter Kruse: Gibt es eine genealogische Verbindung von Lenin zur russischen Familie Tschaikowsky? Über die Sippe(n) Berens in Lübeck, Riga und Rußland. In: Zeitschrift für Ostdeutsche Familiengeschichte 58 (2010), H. 1, S. 2-20" und "geni.com (Internet März 2013)".

oo
SUTTHOFF Anna Amalie

Quellen: "geni.com (Internet März 2013), <hier Name Anna Amalie Suthof>" und "Erik-Amburger-Datenbank (Ausländer im vorrevolutionären Russland, Internet März 2013)".


1. Berens Heinrich (von) 61Jhr 5Mo * 11.08.1810 † 16.01.1872 > 5.3
2. Berens Juliana Elisabeth Petrowna (von) 68Jhr * . .1812 † 28.08.1880 St. Petersburg > 5.4


4.6
BERENS Heinrich Georg (von) 45Jhr ev Adelsdeputierter des Kreises Bogorodisk < 3.10
* 1775 † 1820
Eltern: Berens Adam Heinrich , Rauschert Catharina (von)

Quellen: "Günter Kruse: Gibt es eine genealogische Verbindung von Lenin zur russischen Familie Tschaikowsky? Über die Sippe(n) Berens in Lübeck, Riga und Rußland. In: Zeitschrift für Ostdeutsche Familiengeschichte 58 (2010), H. 1, S. 2-20" und "geni.com (Internet März 2013)".

oo
N.N.

1. Berens Eugen (Andreevic) (von) 68Jhr 3Mo 2Wo * 04.06.1810 Savelov † 18.09.1878 St. Petersburg > 5.5


4.7
BERENS Johanna (von) 66Jhr ev < 3.10
* 12.10.1782 Obnohovo † 05.07.1848 St. Petersburg
Eltern: Berens Adam Heinrich , Rauschert Catharina (von)

Quellen: "Erik-Amburger-Datenbank (Ausländer im vorrevolutionären Russland, Internet März 2013)" und "geni.com (Internet März 2013)".

oo
GUGUEL Henri Generalmajor
* 1771 Saratov † 06.11.1805

Henri (russ.: Andrej Grigor'evic) Goguel, * 1771 Saratov, + 6.11.1805 os; 18.11.1805 ns, ursp. Nation: Montbéliard. Offizier, 6. Moskauer Feld Batallion, Direktor des Pagenkorps, Annenorden 2. Klasse, Secondemajor, Generalmajor. - Quelle: Erik-Amburger-Datenbank (Ausländer im vorrevolutionären Russland, Internet März 2013).


4.8
BERENS N.N. ev < 3.11
*  >.1780
Eltern: Berens Reinhold (von) , Krüger Maria von

Quelle: Geschichte der (...) Familie Berens aus Rostock (...) von Reinhold Berens, Riga 1812.

oo
BIENEMANN Carl Diedrich ev Kaufmann, Ältester (Grosse Gilde Riga)
† 04.12.1836 Riga

Carl Diedrich Bienemann wurde am 22.02.1815 zum Ältesten der Grossen Gilde gewählt, trat 1825 vom Amt zurück. - Quellen: "Riga's ältere Geschichte in Uebersicht, Urkunden und alten Aufzeichnungen zusammengestellt. Riga [u.a.]: Eduard Frantzen's Verl.-Comptoir, 1844. (= Monumenta Livoniae antiquae; Bd. 4), S. CCCLI" und "Geschichte der (...) Familie Berens aus Rostock (...) von Reinhold Berens, Riga 1812".

Generation 5


5.1 BERGMANN Sophia Catharina ev < 4.1
* 28.11.1741 Neuermühlen † 03.03.1829 Neuermühlen
Eltern: Bergmann Balthasar , Depkin Anna Elisabeth

Quelle: Erhard Kongsbak (gedbas, Februar 2013).

oo 17.06.1763
POHRT David ev

Quelle: Erhard Kongsbak (gedbas, Februar 2013).


5.2
ANDREÄ Catharine ev < 4.2
Eltern: Andreä Georg Christoph , Wiedau Anna Catharina von

Quelle: Geschichte der (...) Familie Berens aus Rostock (...) von Reinhold Berens, Riga 1812.

oo
VEGESACK Gotthard von ev

Die Vegesack sind ein aus Westfalen stammendes Geschlecht. Seit 1485 in Reval. 1598 polnischer Adel. - Quellen: "Geschichte der (...) Familie Berens aus Rostock (...) von Reinhold Berens, Riga 1812" und "Baltisches Biographisches Lexikon digital".


5.3
BERENS Heinrich (von) 61Jhr 5Mo ev < 4.5
* 11.08.1810 † 16.01.1872
Eltern: Berens Peter Reinhold (Adamowitsch) (von) , Sutthoff Anna Amalie

Quelle: geni.com (Internet März 2013).

oo
N.N. Luise Amalie

Quelle: geni.com (Internet März 2013).


1. Berens Nikolai Eugen (von) * 08.02.1842 Moskau

Nikolai Eugen Berens; Deutschbalte, * 8.2.1842 in Moskau; evangelisch-lutherisch. Kommerzschule Petersburg 1861, Vorschule des Polytechnikums Riga, stud. agr. Riga 1864. - Quelle: Erik-Amburger-Datenbank (Ausländer im vorrevolutionären Russland, Internet März 2013).

2. Berens Eduard Christian (von) 73Jhr * 06.09.1843 Moskau † 18.09.1916 Ljubanovka > 6.1
3. Berens Adolf Wilhelm (von) * 17.12.1849 Moskau

Adolf Wilhelm von Berens, Deutschbalte, * 17.12.1849 in Moskau, evangelisch-lutherisch. Stud. med. in Dorpat 1870 bis 1872, Revident d. Akzise Verw. Simbirsk; Adliger. - Quelle: Erik-Amburger-Datenbank (Ausländer im vorrevolutionären Russland, Internet März 2013).

4. Berens Robert Heinrich (von) 71Jhr 10Mo * 28.06.1855 Moskau † 28.04.1927 Wiborg > 6.2


5.4
BERENS Juliana Elisabeth Petrowna (von) 68Jhr ev < 4.5
* 1812 † 28.08.1880 St. Petersburg
Eltern: Berens Peter Reinhold (Adamowitsch) (von) , Sutthoff Anna Amalie

Juliana Elisabeth stirbt im Alter von 68 Jahren schwer erkrankt in St. Petersburg. - Quellen: "Günter Kruse: Gibt es eine genealogische Verbindung von Lenin zur russischen Familie Tschaikowsky? Über die Sippe(n) Berens in Lübeck, Riga und Rußland. In: Zeitschrift für Ostdeutsche Familiengeschichte 58 (2010), H. 1, S. 2-20" und "geni.com (Internet März 2013)".

oo um.1830
TSCHAIKOWSKY Petr (Peter) Petrowitsch Generalmajor
*  <.1790 † 05.02.1871 St. Petersburg
Eltern: Tschaikowsky N.N. , N.N.

Petr Tschaikowsky machte eine bemerkenswerte Militär-Karriere. Früh fechtete er bereits 1806 in der Moldau und Walachei, bewährte sich im Kampf gegen die Franzosen und Türken (1807, 1811), kämpfte in Deutschland und Frankreich (1813-1814), erhielt Auszeichnungen, wird befördert und 1823 zum Bataillonskommandeur ernannt. Avancierte 1829 durch seine Tapferkeit im Felde zum Oberst, war danach Kommandant zweier Festungen, erhielt im Dezember 1848 den Dienstgrad eines Generalmajors und wurde danach krankheitsbedingt aus dem Dienst entlassen. Zunächst wohnte er in Pawlowsk bei St. Petersburg, ab 1868 in der Hauptstadt. Wegen seiner Verdienste erblich geadelt, ließ er sich in die Adelsmatrikel des Gouvernements Kasan eintragen. Seine Eheschließung mit Juliana Elisabeth Berens, vermutlich zustande gekommen durch eine militärische Bekanntschaft ihres Vaters mit ihm, fällt etwa in das Jahr 1830 (das älteste Kind, Anna, wird 1831 geboren). Acht Kinder sind namentlich bekannt, davon drei Söhne. Petr Tschaikowskys Bruder ist der Bergwerksdirektor Ilja Petrowitsch Tschaikowsky (1795-1880), dessen zweiter Sohn Peter (Pjotr) Iljiitsch einer der bedeutendsten Komponisten Rußlands wurde. Die Hinwendung seines Neffens Peter (Pjotr) Iljiitsch von der Beamtenlaufbahn zur Musik kommentierte der Generalmajor Peter Petrowitsch kritisch: "Dieser Peter. Dieser nichtsnutzige Peter! Nun hat er die Jurisprudenz mit dem Dudelsack vertauscht!" - Quellen: "Günter Kruse: Gibt es eine genealogische Verbindung von Lenin zur russischen Familie Tschaikowsky? Über die Sippe(n) Berens in Lübeck, Riga und Rußland. In: Zeitschrift für Ostdeutsche Familiengeschichte 58 (2010), H. 1, S. 2-20" und "geni.com (Internet März 2013)".


1. Tschaikowsky Anna * . .1831

Anna ist das älteste Kind. - Quelle: Günter Kruse: Gibt es eine genealogische Verbindung von Lenin zur russischen Familie Tschaikowsky? Über die Sippe(n) Berens in Lübeck, Riga und Rußland. In: Zeitschrift für Ostdeutsche Familiengeschichte 58 (2010), H. 1, S. 2-20.

2. Tschaikowsky Sophie * . .1832 † St. Petersburg

Sophie war sehr begabt und besuchte in Moskau das Katharinen-Institut (als beste Schülerin wird ihr Name in eine Marmorplatte eingetragen). Doch endete sie tragisch in geistiger Verwirrtheit im Irrenhaus in St. Petersburg. - Quelle: Günter Kruse: Gibt es eine genealogische Verbindung von Lenin zur russischen Familie Tschaikowsky? Über die Sippe(n) Berens in Lübeck, Riga und Rußland. In: Zeitschrift für Ostdeutsche Familiengeschichte 58 (2010), H. 1, S. 2-20.

3. Tschaikowsky Mitrofany * . .1839

Quelle: Günter Kruse: Gibt es eine genealogische Verbindung von Lenin zur russischen Familie Tschaikowsky? Über die Sippe(n) Berens in Lübeck, Riga und Rußland. In: Zeitschrift für Ostdeutsche Familiengeschichte 58 (2010), H. 1, S. 2-20.


5.5
BERENS Eugen (Andreevic) (von) 68Jhr 3Mo 2Wo ev Kapitänleutnant, Admiral < 4.6
* 04.06.1810 Savelov † 18.09.1878 St. Petersburg
Eltern: Berens Heinrich Georg (von) , N.N.

Eugen von Berens (russ.: Andreevic); * 4.6.1810 os; 16.6.1810ns - im Original: 1809 Savelov b. Moskau; + 18.9.1878 os; 30.9.1878ns Sankt Petersburg. Deutschbalte; evangelisch-lutherisch. Russland: Junker der Flotte 1856, stud. agr. in Riga 1864, 1862 Abschied als Leutnant. 1865 in Dienst als Micman, 1868 Abschied als Kapitänleutnant. Seit 1874 zum russischen Admiral avanciert. Er unternahm zwei Weltreisen. - Quellen: "Erik-Amburger-Datenbank (Ausländer im vorrevolutionären Russland, Internet März 2013)", "geni.com (Internet März 2013) und "Günter Kruse: Gibt es eine genealogische Verbindung von Lenin zur russischen Familie Tschaikowsky? Über die Sippe(n) Berens in Lübeck, Riga und Rußland. In: Zeitschrift für Ostdeutsche Familiengeschichte 58 (2010), H. 1, S. 2-20".

oo
N.N. Elisabeth
* 18.12.1828 † 15.05.1893 St. Petersburg

Elisabeth (russ.: Karlovna); * 18.12.1828, + 15.5.1893 Sankt Petersburg. - Quelle: Erik-Amburger-Datenbank (Ausländer im vorrevolutionären Russland, Internet März 2013).

Generation 6


6.1 BERENS Eduard Christian (von) 73Jhr Hofrat < 5.3
* 06.09.1843 Moskau † 18.09.1916 Ljubanovka
Eltern: Berens Heinrich (von) , N.N. Luise Amalie

Eduard Christian (russ.: Dmitrij Andr.) von Berens, * 6.9.1843 os; 18.9.1843ns Moskau, + 18.9.1916 os; 1.10.1916ns in Ljubanovka. Deutschbalte. Stud. phys., Stud. cam. in Dorpat 1862, 1867 in Göttingen, 1869 Volontär in Bank u. Handelshäusern London u. Paris, Beamter d. Moskauer Privat Diskontobank, dem Finanz-Ministerium attachiert, 1872 Bevollmächtigter d. 1. Russ. Feuer-Vers. Ges. 1827, in Staatsdienst, 1903 Präsident d. Konsistoriums Moskau, 1904 Vors. d. Mosk. Hilfskomitee d. Ev. F. I., Präsident d. Schulrats d. ev. Armen- u. Waisenschule, 1907 Hofrat. - Quellen: "Erik-Amburger-Datenbank (Ausländer im vorrevolutionären Russland, Internet März 2013)" und "geni.com (Internet März 2013)".

oo
RABENECK Emma

Quelle: Erik-Amburger-Datenbank (Ausländer im vorrevolutionären Russland, Internet März 2013).


6.2
BERENS Robert Heinrich (von) 71Jhr 10Mo Inspektor < 5.3
* 28.06.1855 Moskau † 28.04.1927 Wiborg
Eltern: Berens Heinrich (von) , N.N. Luise Amalie

Robert Heinrich von Berens, * 28.6.1855 Moskau, + 28.4.1927 Wiborg; Stud. chem. in Riga 1875, ab 1882 in der Gutsverwaltung Usvjat, Vitebsk, ab 1885 Techniker der Ersten Russischen Versicherungs-Gesellschaft Kiev, ab 1892 Inspektor der Ersten Russischen Versicherungs-Gesellschaft Sankt Petersburg. - Quelle: Erik-Amburger-Datenbank (Ausländer im vorrevolutionären Russland, Internet März 2013).

oo
SCHMAEHLING Maria Marg. 24Jhr
* um.1864 Riga † 01.08.1888 Kiev

Maria Marg. Schmaehling, * in Riga, + 1.8.1888 in Kiev; 24 Jahre alt. - Quelle: Erik-Amburger-Datenbank (Ausländer im vorrevolutionären Russland, Internet März 2013).


oo 2
EHRENBURG Marie Emilie

Quelle: Erik-Amburger-Datenbank (Ausländer im vorrevolutionären Russland, Internet März 2013).

 

Stand : 15.09.2014
Erstellt mit PC-AHNEN
 

Stand: November 2014
Klaus Gottsleben
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